Der europäische Fußballverband Uefa ruft Medienberichten zufolge angesichts der Investorenpläne der Fifa am Donnerstagnachmittag alle europäischen Mitgliedsverbände zu einer Krisensitzung zusammen. Dort wollen die Spitzen der 55 Landesverbände über das weitere Vorgehen beraten.
Nicht einmal zwei Wochen nach dem WM-Finale in den USA hatte die Fifa mitgeteilt, mit dem potenziellen Verkauf eines Teils ihrer kommerziellen Rechte etwa an der Weltmeisterschaft eine Milliardensumme einspielen zu wollen. Die Uefa hat bereits deutlich ihre Ablehnung signalisiert.
Auch DFB-Präsident Bernd Neuendorf kritisierte die Fifa-Pläne scharf. Der Fußball müsse eigenständig bleiben, forderte Neuendorf im ZDF: »Wir dürfen ihn nicht zum Spielball von Investoren machen. Die Akzeptanz der Fans dürfen wir nicht verlieren, aber wir sind auf dem besten Wege, diese Akzeptanz zunichtezumachen. Das halte ich für überaus problematisch und nicht zustimmungsfähig.«
»Infantino ist das Problem«
Die norwegische Verbandspräsidentin Lise Klaveness schloss sich der Kritik am neusten Vorhaben des Fußball-Weltverbands an. »Wir sind zutiefst besorgt über die Entwicklung in der Fifa«, sagte die 45-Jährige. »Wir stellen uns hinter die Erklärung der Uefa in dieser Angelegenheit.«
»Die Entwicklungen der letzten Tage können nicht isoliert verstanden werden«, warnte Klaveness: »Wir haben über längere Zeit, in vielen verschiedenen Angelegenheiten, sowohl intern als auch extern, Besorgnis über zunehmend mangelhaft gewordene Prozesse in der Fifa-Führung zum Ausdruck gebracht.« Dazu gehören »fehlende Transparenz« sowie »die notwendige Armlänge zu Staatschefs und externen Interessenten, die Entwicklungen des Fußballs beeinflussen wollen«.
Der norwegische Fußballverband NFF werde sich nun einen vollständigen Überblick verschaffen, sagte Klaveness und stellte eine enge Zusammenarbeit mit der Uefa in Aussicht: »Es ist gut und wichtig, dass die Uefa jetzt die Initiative ergreift, um die Reaktion der europäischen Verbände zu koordinieren.«
Der Präsident des spanischen Verbandes La Liga, Javier Tebas, kritisierte direkt Fifa-Präsident Gianni Infantino: »Die Wettbewerbe und kommerziellen Rechte der FIFA sind nicht das persönliche Eigentum von Infantino. Wer Politik, Disziplin, Geld und Macht ohne Transparenz miteinander vermischt, ist nicht geeignet, irgendetwas zu leiten. Infantino ist nicht die Lösung für die Führung der Fifa. Er ist das Problem.«
Auch die europäische Spielergewerkschaft Fifpro lehnt die Fifa-Pläne ab. Vor allem das fehlende Mitspracherecht der Profis sorgt für Ärger.
»Beunruhigend« sei es, »dass ein Projekt dieser Größenordnung weitgehend hinter verschlossenen Türen entwickelt und fast bis zur Einigung vorangetrieben wurde, ohne dass die am stärksten Betroffenen in nennenswertem Umfang einbezogen wurden«, hieß es in der Stellungnahme am Mittwoch.
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Die europäische Abteilung der weltweiten Interessenvertretung machte klar, Fifa-Boss Gianni Infantino bei seinen Plänen, Anteile der Weltmeisterschaft an private Investoren zu verkaufen, »nicht zu unterstützen«. Die Fifpro würde dies »niemals tun«.

vor 1 Stunde
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