Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
Israel meldet Angriff auf iranische Anlage zur Atomwaffen-Entwicklung
Briten und Franzosen schicken Kriegsschiffe zur Luftabwehr – französischer Flugzeugträger ins Mittelmeer verlegt
Gebäude von Expertenrat bei Angriff in Iran getroffen
Wadephul: Erster Rückholflug am Mittwoch
SPD-Fraktion spricht von Völkerrechtsbruch in Iran
USA rufen Bürger zur sofortigen Ausreise aus Nahem Osten auf
Das US-Außenministerium fordert Amerikaner zur sofortigen Ausreise aus 14 Ländern im Nahen Osten auf. Dies solle auf regulärem Weg geschehen, teilt die zuständige Abteilungsleiterin Mora Namdar mit. Auf der Warnliste stehen Bahrain, Ägypten, Iran, Irak, Israel, das Westjordanland und der Gazastreifen, Jordanien, Kuwait, Libanon, der Oman, Katar, Saudi-Arabien, Syrien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Jemen. Zuvor hatten die USA die Botschaften in Saudi-Arabien und Kuwait geschlossen, nachdem sie von Drohnen getroffen wurden.
Zur Begründung verwies eine Vertreterin des Ministeriums auf der Plattform X auf „schwerwiegende Sicherheitsrisiken“. Der US-Botschafter in Israel, Mike Huckabee, rät US-Bürgern in Israel, die das Land verlassen möchten, dies über Ägypten zu tun. In einem Video auf sozialen Medien erklärt Huckabee, das das Tourismusministerium Busverbindungen von Herzliya, Tel Aviv, Haifa und Jerusalem nach Taba, direkt hinter der Grenze zu Ägypten, anbietet. Dort gebe es „begrenzte” Flüge, oder man könne mit dem Bodenverkehr nach Kairo fahren, „wo der Flughafen normal und effizient funktioniert”, mit Ausnahme von Flügen zu Zielen im Nahen Osten.
Die Lage im Überblick
- Israel und USA greifen Iran weiter an, das Land reagiert mit Gegenangriffen auf Israel.
- Der Konflikt hat sich mittlerweile auf die gesamte Region ausgeweitet: Iran hat mutmaßlich US-amerikanische Stützpunkte und Botschaften in Riad und Kuwait-Stadt angegriffen.
- Israel attackiert zusätzlich die von Iran finanzierte Hisbollah-Miliz in Libanon, diese hat Israel ebenfalls beschossen.
- Außerdem hat Iran die für Öltanker strategisch wichtige Straße von Hormus für geschlossen erklärt.
- Flieger haben am Dienstag erste Touristen nach Deutschland zurückgebracht. Doch noch immer sitzen Zehntausende Deutsche in der Region fest.
Israel meldet Angriff auf iranische Anlage zur Atomwaffen-Entwicklung
Israel will im Bereich von Teheran eine Einrichtung angegriffen haben, in der eine Gruppe iranischer Atomwissenschaftlern heimlich an der Entwicklung von nuklearen Waffen gearbeitet haben sollen. Der israelische Armeesprecher Effie Defrin sagte in einer Stellungnahme, die iranische Führung habe trotz der schweren Schäden am Atomprogramm im Krieg im Juni 2025 weiter an der Entwicklung von Fähigkeiten gearbeitet, die für die Herstellung von Atomwaffen notwendig seien.
In einem Post der Armee bei X hieß es, der Angriff auf die geheime Einrichtung habe „eine Kernkomponente der Fähigkeit des iranischen Regimes beseitigt, Atomwaffen zu entwickeln“. Teheran dementiert seit Jahren vehement, den Bau von Kernwaffen anzustreben – und pocht auf das Recht, Atomkraft für friedliche Zwecke zu nutzen.
Defrin sagte, nach dem letzten Krieg sei Infrastruktur in „geheime Bunker“ verlegt worden. Der israelische Geheimdienst habe diese Bewegungen jedoch bemerkt. Israels neue Angriffen verhinderten nun Versuche der iranischen Führung, Atomwaffen zu entwickeln. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Nach dem Krieg im vergangenen Jahr hatte US-Präsident Donald Trump wiederholt gesagt, die nuklearen Fähigkeiten Irans seien „ausgelöscht“ worden. Irans Regierung sprach von schweren Schäden.
Briten und Franzosen schicken Kriegsschiffe zur Luftabwehr – französischer Flugzeugträger ins Mittelmeer verlegt
Nach dem Drohnenangriff auf den britischen Stützpunkt auf Zypern verstärken die Nato-Staaten Großbritannien und Frankreich ihre Präsenz in der Region. Die Briten werden Hubschrauber zur Drohnenabwehr sowie ein Kriegsschiff entsenden, wie Premierminister Keir Starmer ankündigte. Der staatlichen zyprischen Nachrichtenagentur KYPE zufolge entsendet Frankreich Luftabwehr- und Anti-Drohnen-Systeme sowie eine Fregatte in den östlichen Mittelmeerraum. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ordnete auch die Entsendung des Flugzeugträgers Charles de Gaulle ins Mittelmeer an. „Angesichts dieser instabilen Lage und der Ungewissheit der kommenden Tage habe ich dem Flugzeugträger Charles de Gaulle, seinem Bordgeschwader und seinen Begleitfregatten befohlen, ins Mittelmeer auszulaufen“, sagt Macron in einer Ansprache an die Nation.
Der britische Stützpunkt von Akrotiri nahe der Hafenstadt Limassol war in der Nacht zum Montag mit einer Drohne angegriffen worden. Regierungsangaben zufolge wurden später zwei weitere Drohnen abgefangen. Die auf dem Stützpunkt niedergegangene Drohne sei vom Typ Shahed gewesen, teilte Präsident Nikos Christodoulidis mit. Diese Drohnen werden vor allem in Iran produziert. Zyprische Medien berichteten unter Berufung auf Sicherheitskreise, die Drohnen könnten aus Libanon gestartet worden sein.
Bereits am Montag hatte Griechenland vier F-16-Kampfflugzeuge auf die Insel verlegt. Zudem befinden sich zwei griechische Fregatten auf dem Weg in das Seegebiet rund um Zypern, um die maritime Sicherheit sowie die Luftverteidigung der Inselrepublik zu verstärken.
Trump spricht mit Kurdenführern im Irak
US-Präsident Donald Trump hat mit Kurdenführern im Irak telefoniert und über die weiteren Schritte im Krieg gegen Iran gesprochen. Trump habe den Vorsitzenden der kurdischen Partei PUK im Irak, Bafil Talabani, kontaktiert, teilte die Partei heute mit. Trump habe Talabani dabei über seine weiteren Pläne zum Krieg mit Iran informiert. Von der US-Regierung gab es zunächst keine Bestätigung.
US-Medien berichteten, dass Trump einen Tag nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe in Iran auch mit dem irakischen Kurdenführer Masud Barsani gesprochen habe. Trump soll demnach erwägen, die irakischen Kurden bei einem Kampf gegen die iranische Führung zu unterstützen, berichtete das Wall Street Journal unter Berufung auf US-Regierungsvertreter. Die irakischen Kurden haben zahlreiche Kämpfer an der Grenze zum benachbarten Iran stationiert und auch Verbindungen zur kurdischen Minderheit in Iran.
Die Kurden sind eine ethnische Gruppe mit schätzungsweise 30 Millionen Mitgliedern, die vor allem im Irak, in Iran sowie in Syrien und der Türkei leben. Sie kämpfen seit Jahrzehnten für einen eigenen Staat und wurden lange im Irak wie auch in Iran verfolgt und unterdrückt. Die autonome Kurdenregion im Irak entstand nach dem Sturz von Diktator Saddam Hussein im Jahr 2003.
Bei einem Sturz der Regierung in Iran könnten die Kurden möglicherweise auch dort mehr Rechte erlangen. Es ist aber unklar, welchen Beitrag sie im Kampf wirklich leisten und welche Zusagen sie dafür von der US-Regierung als Gegenleistung verlangen könnten. Die kurdischen Milizen waren schon im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat im Irak und in Syrien ein wichtiger Verbündeter der USA.
Hisbollah feuert erstmals seit Kriegsbeginn auf Tel Aviver Großraum
Erstmals seit Beginn des Iran-Kriegs hat die proiranische Hisbollah-Miliz aus Libanon wieder Raketen auf den Großraum der israelischen Großstadt Tel Aviv gefeuert. Die israelische Armee teilte nach Sirenengeheul in der Küstenmetropole mit, es seien mehrere Geschosse identifiziert worden, die von Libanon aus nach Israel geflogen seien. Die Luftabwehr habe die meisten davon abgefangen. Ein Geschoss sei auf offenem Gebiet niedergegangen. Der Rettungsdienst Magen David Adom teilte mit, ein Mann habe Verletzungen erlitten, als er beim Rennen in den Schutzraum gestürzt sei. Er sei in ein Krankenhaus gebracht worden.
Israelische Polizei löst Antikriegsdemonstration auf
Die israelische Polizei hat am Dienstag eine Antikriegsdemonstration in Tel Aviv gewaltsam aufgelöst. Eine Person sei festgenommen worden, meldete die Zeitung Haaretz. Laut Polizei haben die rund 20 Demonstranten sich selbst und die Beamten durch die Demonstration in Gefahr gebracht. Nach dem seit Kriegsbeginn geltenden Ausnahmezustand sind Versammlungen im ganzen Land verboten.
In der mehrheitlich von orthodoxen und ultraorthodoxen bewohnten Stadt Bnei Brak nordöstlich von Tel Aviv hätten sich hingegen Tausende Menschen versammelt, ohne dass die Polizei versucht hätte, die Menge aufzulösen, so die Zeitung.
Gebäude von Expertenrat bei Angriff in Iran getroffen
Das Gebäude eines Expertenrats einflussreicher Geistlicher in Iran ist nach Medienberichten bei einem Angriff in der Stadt Ghom getroffen und schwer beschädigt worden. Es gab allerdings widersprüchliche Angaben aus Israel und Iran zu der Frage, ob dort zum Zeitpunkt des Angriffs gerade ein Gremium iranischer Geistlicher tagte, das einen Nachfolgers von Ayatollah Chamenei bestimmen soll.
Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete, US-israelische Kräfte hätten das Gebäude des Sekretariats des Expertenrats in Ghom angegriffen. Nach ersten Informationen war das Gebäude zum Zeitpunkt des Angriffs jedoch leer, es hätten sich dort keine Personen befunden. Durch den Raketenangriff seien auch Wohnhäuser und Geschäfte in der Umgebung beschädigt worden. Mehrere Anwohner und Passanten wurden dabei offenbar verletzt.
Bereits in der vergangenen Nacht war das Gelände des Expertenrats in Teheran Ziel von Angriffen durch Kampfflugzeuge der US- und israelischen Streitkräfte geworden. Israelische Medien berichteten dagegen unter Berufung auf Sicherheitskreise, zum Zeitpunkt des Angriffs habe dort eine Abstimmung stattgefunden. Es seien aber offenbar nicht alle 88 Mitglieder des Expertenrats anwesend gewesen, sondern deutlich weniger. Die Berichte ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Wadephul: Erster Rückholflug am Mittwoch
Die Bundesregierung will ihre Rückholaktion für Kinder, Kranke und Schwangere unter den in Nahost gestrandeten Deutschen an diesem Mittwoch starten. Ein erster Flug sei nach Maskat geplant, der Hauptstadt des Oman, kündigte Außenminister Johann Wadephul im Sender Welt TV an. Der Lufthansa zufolge soll ein Jet vom Typ Airbus A340-300 in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag abheben. Die Maschine hat in der Konfiguration der Lufthansa 279 Passagiersitze. Weitere Flüge seien in den kommenden Tagen geplant.
Die Lufthansa kündigte zudem für ihre gesamte Gruppe an, den Luftraum der Vereinigten Arabischen Emirate bis einschließlich Freitag nicht zu nutzen. Das ist eine Verlängerung um zwei Tage gegenüber den bisherigen Ankündigungen.
Drohnenangriffe an Omans Küste
Im Handelshafen von Dukm im Oman ist es erneut zu einem Drohnenangriff gekommen. Wie die staatliche Nachrichtenagentur ONA unter Berufung auf Sicherheitsquellen berichtete, wurden Treibstofftanks von mehreren Drohnen attackiert. Verletzt wurde demnach niemand, die Schäden seien begrenzt. Zunächst war unklar, wer für den Angriff verantwortlich war.
Iran wies zurück, hinter dem Angriff zu stecken. Es seien keine Attacken „gegen das Territorium und die Häfen des befreundeten und benachbarten Landes Oman“ erfolgt, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf den Generalstab.
Auch in Dhofar im Südwesten des Omans wurden zwei Drohnen abgeschossen. Eine weitere sei dort im Hafen der Küstenstadt Salalah niedergegangen, berichtete ONA. Opfer oder Schäden habe es nicht gegeben.
SPD-Fraktion spricht von Völkerrechtsbruch in Iran
Die SPD-Fraktion wirft den USA und Israel vor, mit ihrem Angriff auf Iran das Völkerrecht gebrochen zu haben. „Für uns steht fest, dass nach allem, was wir wissen, augenblicklich das Völkerrecht nicht eingehalten worden ist“, sagte Fraktionschef Matthias Miersch in Berlin. Das zu benennen, bedeute nicht, dass man „dem Regime eine Träne nachweint“. Nun müsse es darum gehen, am Verhandlungstisch eine Zukunft für Iran zu organisieren.
Die schwarz-rote Bundesregierung hat es bisher vermieden, sich eindeutig zur Völkerrechtsfrage zu positionieren. Die Positionierung der SPD kam kurz vor einem Treffen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mit US-Präsident Donald Trump.
Merz hatte am Wochenende gesagt, es sei jetzt „nicht der Moment, unsere Partner und Verbündeten zu belehren“. „Wir sehen das Dilemma, dass mit völkerrechtlichen Maßnahmen und Schritten, die wir ja in den letzten Jahrzehnten immer wieder auch versucht haben, gegen ein Regime, das atomar aufrüstet und das eigene Volk brutal unterdrückt, offensichtlich nichts zu bewirken ist“, sagte er.
Sonderflug aus Nahost in München erwartet
Eine Sondermaschine der Fluggesellschaft Emirates mit deutschen Urlaubern an Bord ist von Dubai aus in Richtung München unterwegs. Der Flug „EK 8051“ ist inzwischen nach Angaben auf der Seite des Flughafens München gestartet und wird dort gegen 20.50 Uhr erwartet.
An Bord sind nach Angaben eines Sprechers des Reisekonzerns Tui unter anderem rund 200 Tui-Gäste. Wie genau die Plätze durch die Airline vergeben wurden, war zunächst nicht bekannt.
Lufthansa setzt Flüge von und nach Zypern aus
Die Lufthansa Group setzt Flüge aller ihrer Airlines von und nach Larnaca auf Zypern bis einschließlich 6. März aus. Auch der Luftraum des EU-Staates werde in dieser Zeit nicht genutzt, teilt die Airline weiter mit. Betroffene Fluggäste können kostenfrei auf ein späteres Reisedatum umbuchen oder erhalten alternativ den vollständigen Ticketpreis zurück. Am Montag waren auf dem britischen Luftwaffenstützpunkt Akrotiri auf Zypern zwei Drohnen abgefangen worden.
Golfstaaten reagieren zurückhaltend auf iranische Angriffe
Die katarische Regierung sieht wegen der andauernden iranischen Angriffe auf Ziele in der Golfregion „rote Linien“ überschritten. Es bestehe kein Kontakt zu Iran, sagte der Sprecher des katarischen Außenministeriums, Madschid al-Ansari, in der Hauptstadt Doha. Katar sei darauf fokussiert, sein Territorium und seine Bürger zu schützen. Seit Samstag habe Iran mehr als 100 ballistische Raketen auf Katar abgeschossen. Ein Großteil konnte abgewehrt werden. Außerdem seien seitdem 39 Drohnen und zwei Kampfflugzeuge abgeschossen worden. Auch der internationale Flughafen in Doha sei Ziel der Angriffe gewesen. Katar warf der iranischen Regierung vor, damit nicht nur militärische Ziele, sondern auch lebenswichtige Infrastruktur ins Visier zu nehmen.
Die Vereinigten Arabischen Emirate zählten bisher 812 abgefeuerte Drohnen in Richtung ihres Staatsgebiets. 755 seien abgefangen worden, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Außerdem seien 186 ballistische Raketen in Richtung der Emirate abgefeuert worden. Seit Samstag wurden demnach drei Menschen durch herabfallende Trümmerteile getötet und 68 verletzt. Trotz „der Schwere der Ereignisse“ bleibe die Position der VAE ausgewogen, wie die emiratische Staatsministerin für internationale Zusammenarbeit Reem al-Haschimi sagte. „Wir streben keine Ausweitung des Kreises der Konfrontation an“, sagte sie weiter. Die Rückkehr an den Verhandlungstisch sei der einzig vernünftige Weg.
Erstes Flugzeug aus Dubai in Frankfurt gelandet
Ein erstes Flugzeug der emiratischen Airline Emirates aus Dubai ist nach zahlreichen Flugausfällen in Frankfurt am Main gelandet. Der Linienflug landete der dpa zufolge um kurz nach 13.30 Uhr. Die Airline äußerte sich bislang nicht dazu, wie viele Passagiere an Bord waren.
Wegen der Eskalation des Nahost-Konflikts seit dem Wochenende sitzen derzeit Zehntausende Menschen fest, die im Nahen Osten Urlaub machen oder einen der dortigen Flughäfen als Drehkreuz nutzen wollten. Viele Staaten haben ihren Luftraum geschlossen, Kreuzfahrtschiffe liegen in Häfen fest.












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