Die Nato geht davon aus, dass Iran absichtlich eine Rakete auf das Bündnismitglied Türkei abgefeuert hat. „Wir verurteilen, dass Iran die Türkei ins Visier nimmt“, teilte Nato-Sprecherin Allison Hart mit. Zuvor hatte das türkische Verteidigungsministeriums mitgeteilt, eine aus Iran abgefeuerte Rakete sei von einem Nato-Abwehrsystem abgefangen worden. Das ballistische Geschoss sei in Richtung des türkischen Luftraums unterwegs gewesen und habe den Luftraum Iraks und Syriens durchquert. Ein Teil der Abwehrrakete ging demnach in der Grenzprovinz Hatay zu Boden, es gab keine Verletzten. Die Nato verurteilte das Vorgehen Irans scharf. Das Bündnis stehe fest an der Seite aller Alliierten, also auch der Türkei. Das türkische Außenministerium legte Diplomatenkreisen zufolge Protest im iranischen Außenministerium ein.
Irans Streitkräfte griffen eigenen Angaben zufolge außerdem Stellungen kurdischer Gruppen im Irak mit Raketen an. In der autonomen kurdischen Region im Nordirak seien Hauptquartiere „separatistischer“ Gruppen attackiert worden, berichtete der staatliche Rundfunk unter Berufung auf die mächtige Revolutionsgarde. Das Wall Street Journal hatte zuvor berichtet, dass US-Präsident Donald Trump mit Kurdenführern im Irak telefoniert und über die weiteren Schritte im Krieg gegen Iran gesprochen habe. Trump soll demnach erwägen, die irakischen Kurden bei einem Kampf gegen die iranische Führung zu unterstützen.
Ebenfalls am Mittwoch versenkte das US-Militär ein iranisches Kriegsschiff vor der Küste Sri Lankas. Ein U-Boot habe das iranische Schiff im Indischen Ozean versenkt, sagte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth, der sich selbst als Kriegsminister bezeichnet. Die Behörden in Sri Lanka teilten mit, es seien 32 Menschen gerettet worden, die an Bord des iranischen Schiffes gewesen seien. Mehrere Leichen seien aus dem Meer geborgen worden. Mindestens 101 Seeleute gelten als vermisst.
In Iran sind bei den israelisch-amerikanischen Angriffen bislang mindestens 1045 Menschen ums Leben gekommen. Das berichteten iranische Medien übereinstimmend unter Berufung auf die staatliche Stiftung für Märtyrer und Veteranen, die in Kriegszeiten Daten über Opfer veröffentlicht.













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