Feuer in der iranischen Hauptstadt Teheran: Die israelische Armee bestätigt einen Angriff auf Ölanlagen in Iran
Foto: Atta Kenare / AFPDieser Artikel gehört zum Angebot von SPIEGEL+. Sie können ihn auch ohne Abonnement lesen, weil er Ihnen geschenkt wurde.
Jakob Müller
Nachrichtenressort

Bundesregierung zieht Personal der Botschaft in Teheran ab
Nach weiteren schweren Angriffen der USA und Israels auf Iran hat die Bundesregierung das Personal der deutschen Botschaft in der Hauptstadt Teheran vorübergehend in Sicherheit gebracht. Wie das Auswärtige Amt in Berlin mitteilte, sei das Personal aufgrund der Bedrohungslage temporär aus dem Land verlegt worden.
Die Erreichbarkeit der Botschaft sei aber weiterhin gewährleistet. »Die temporäre Verlegung folgt einer Reduzierung, die bereits Mitte Januar vorsorglich erfolgte«, hieß es weiter. Die konsularische Unterstützung sei zuvor schon wegen einer Reduzierung des Personals stark eingeschränkt, die Visastelle sei bereits vorübergehend geschlossen gewesen, so das deutsche Außenministerium.
Abends in Tel Aviv laufen zu gehen, ist gerade ein kleines Wagnis. In den vergangenen Tagen kamen gerade zu später Stunde, wenn die Menschen eigentlich zur Ruhe kommen, Raketen aus Iran. Erste Feststellung nach dem Start der Runde: Das GPS in der Lauf-App ist gestört und verortet mich irgendwo bei der jordanischen Hauptstadt Amman, gut 100 Kilometer entfernt.
Im Park HaYarkon, etwa bei der Hälfte meiner Schleife, schrillt die Warn-App: Unterstellen (wie bei Regen, denke ich) unter einer Betonbrücke. Wenige Minuten später folgt der eigentliche Alarm, die Sirenen, dann mehrere Male dumpfes Krachen, Abfangraketen, schließlich zehn Sekunden andauerndes Grollen, offenbar wieder eine Rakete mit Streumunition, wie häufig in den vergangenen Tagen.
Mit mir auf dem Hundeauslaufplatz unter der Betonbrücke steht ein junges Paar. 26 Jahre alt seien sie beide, seit der Schulzeit zusammen, er müsse morgen zum Reservedienst ins Westjordanland. Wie lange dieser Krieg wohl noch dauern werde? »Auf jeden Fall nicht noch 40 Tage, weil wir dann nämlich unsere Hochzeit haben.«
Analyse: Benzin- und Dieselpreise in Deutschland steigen weiter
Das Tanken wird auch hierzulande während des Irankriegs immer teurer. Laut dem Portal clever-tanken.de kostet Diesel an diesem Samstag an den Tankstellen der 100 größten deutsche Städte durchschnittlich 2,102 Euro je Liter. Das sind gut 35 Cent mehr als am Samstag vor einer Woche zu Beginn der Angriffe der USA und Israel auf Iran. Für Super E10 wurden im Mittel 1,971 Euro je Liter verlangt: 19 Cent mehr als vor Wochenfrist.
»Die Mineralölwirtschaft nutzt diese Lage, um ihre Gewinnspanne auszuweiten«, sagt der Ökonomie-Professor Johannes Schwanitz von der FH Münster im Gespräch mit dem SPIEGEL. Seine Berechnungen zeigen: Die Preiserhöhungen an den Zapfsäulen in Deutschland gehen weit über den Anstieg der Kurse an den internationalen Rohölmärkten hinaus. Wie die Ölmultis die Verbraucherinnen und Verbraucher abzocken, lesen Sie hier.
Israelisches Militär bestätigt Angriff auf iranische Ölanlagen
Erstmals hat Israel die nationalen Ölreserven in Iran angegriffen, das teilt ein Militärsprecher mit. Es seien etwa 30 Öltanks attackiert worden.
Die iranischen Revolutionsgarden bestätigten laut dem iranischen Staatssender IRIB das Bombardement im Süden der Hauptstadt Teheran. Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Ilna befindet sich das Öllager in der Nähe einer wichtigen Ölraffinerie. Diese sei bei dem Angriff nicht beschädigt worden.
Heftige Explosionen in Teheran
Die iranische Hauptstadt wird erneut von heftigen Explosionen erschüttert. Bei Luftangriffen sei auch eine Ölanlage in Teheran getroffen worden, meldet die iranische staatliche Nachrichtenagentur.
Die iranischen Revolutionsgarden kündigten als Reaktion einen Angriff auf eine Öl-Raffinerie in der israelischen Stadt Haifa an.
Netanjahu kündigt weitere Militärschläge an
Die israelische Armee werde den Krieg »mit all unserer Kraft« fortsetzen, sagt Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu. Der Feind werde die Fähigkeiten Israels »noch viel stärker« zu spüren bekommen.
Details zu den nächsten Schritten nennt Netanjahu nicht. Die Angriffe der israelischen Armee richten sich gegen Ziele in Iran und dem Libanon.
Heftige Explosionen in Teheran
Die iranische Hauptstadt wird erneut von heftigen Explosionen erschüttert. Bei Luftangriffen sei auch eine Ölanlage in Teheran getroffen worden, meldet die iranische staatliche Nachrichtenagentur.
Die iranischen Revolutionsgarden kündigten als Reaktion einen Angriff auf eine Öl-Raffinerie in der israelischen Stadt Haifa an.
Tanken wird in den USA immer teurer
Der Irankrieg treibt die Preise für Kraftstoff an den Tankstellen der Vereinigten Staaten immer weiter nach oben.
Laut dem Automobilverein AAA, dem US-Pendant zum ADAC, werden an diesem Samstag im Landesdurchschnitt 3,41 US-Dollar je Gallone (3,79 Liter) des Standard-Benzins Regular verlangt. Das sind 45 Cent mehr als zu Beginn der Angriffe der USA und Israels am Samstag vor einer Woche.
So teuer war dieser Kraftstoff seit September 2024 nicht mehr. In Kalifornien kostet die Gallone Regular im Mittel nun sogar schon mehr als fünf Dollar.
Auch Diesel verteuert sich weiter und kostet nun 4,51 Dollar je Gallone: 75 Cent mehr als vor Kriegsausbruch. Das ist der höchste nationale Durchschnittspreis seit Ende 2023; in Kalifornien liegt er bereits bei 5,81 Dollar. Die Preise für Kraftstoff sind in den USA traditionell niedriger als in Deutschland oder anderen EU-Staaten.
Die hochschnellenden Spritpreise lassen Donald Trumps Wahlkampfversprechen immer unrealistischer erscheinen. Trump hatte angekündigt, er werde die Energiekosten binnen 12 bis 18 Monaten nach seinem Amtsantritt halbieren. Tatsächlich haben sich Strom und Gas, Benzin und Diesel unter Trumps Herrschaft sogar verteuert.
Hat sich der Präsident verkalkuliert? Hier lesen Sie unseren SPIEGEL-Report.
Mann in Dubai stirbt offenbar durch abgefangenenes Geschoss
Die Trümmer eines Geschosses haben einen Mann in Dubai getötet, meldet das Medienbüro der Stadt. Nachdem die Luftabwehr das Geschoss abgefangen habe, seien die Trümmer auf ein Fahrzeug gefallen. Der Fahrer sei ums Leben gekommen, teilen die Behörden mit.
Fotos vom achten Tag des Krieges im Nahen Osten
Türkischer Außenminister warnt vor Flüchtlingswelle durch möglichen Bürgerkrieg in Iran
Die Türkei lehnt alle Szenarien ab, die auf einen Bürgerkrieg in Iran abzielten. Das sagt Außenminister Hakan Fidan. Er warnt vor einer Flüchtlingswelle, die ein ethnisch motivierter Konflikt in Iran auslösen könnte.
Über die möglicherweise katastrophalen Folgen, falls US-Präsident Donald Trump kurdische Separatisten gegen das iranische Regime in Stellung bringen sollte, sprechen meine Kollegen Maximilian Popp und Juan Moreno im Auslands-Podcast »Acht Milliarden«. Hier hören Sie die aktuelle Folge.
Zugleich warnt Fidan den Iran davor, weitere Raketen auf die Türkei abzufeuern. Die Luftabwehr der Nato hatte vor einigen Tagen eine Rakete zerstört, die auf dem Weg in den türkischen Luftraum war.
Jakob Müller
Nachrichtenressort

Offenbar Trümmerteile auf Hochhaus in Dubai gestürzt
Über der emiratischen Metropole Dubai wurde offenbar eine Rakete abgefangen. Daraufhin seien Trümmerteile auf die Fassade eines Gebäudes an der Marina, einem Stadtteil Dubais, gestürzt, wie das Medienbüro der Stadt mitteilte.
Opfer habe es demnach nicht gegeben. Die Behörden äußerten sich nicht dazu, welches Gebäude genau betroffen ist.
Der saudische Fernsehsender Al Arabiya teilt auf der Plattform X Aufnahmen, die den Vorfall zeigen sollen. Auf diesen soll zu sehen sein, wie Rauch aus einem Wolkenkratzer aufsteigt. Dabei handelt es sich offenbar um »23 Marina«. Der bekannte, fast 400 Meter hohe Wohnturm zählt zu den höchsten Gebäuden der Stadt.
Die Aufnahmen lassen sich nicht unabhängig verifizieren.
Präsident der Emirate meldet sich erstmals zu Wort
Mohammed bin Zayed, Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), meldet sich erstmals seit Beginn des Irankriegs zu Wort und betont auf X, die Emirate legten größten Wert auf die Sicherheit aller Bürger, Einwohner und Besucher.
Er erklärt, sein Land sei »bestens auf diese Bedrohungen vorbereitet« und dankt Streitkräften und Sicherheitsdiensten für ihren Einsatz. Zugleich würdigt er den gesellschaftlichen Zusammenhalt (»In den VAE ist jeder ein Emirati«) und kündigt an, die Souveränität des Landes entschlossen zu verteidigen.
Zuvor besuchte Mohammed bin Zayed ein Krankenhaus und traf dort fünf Verletzte, darunter zwei Emiratis und drei ausländische Arbeitskräfte. In einem dort aufgenommenen Video richtete Mohammed bin Zayed seine Worte ausdrücklich an die »Feinde der VAE« und warnte: Die Emirate seien »attraktiv«, »wunderschön« und »ein Vorbild«, hätten aber »eine dicke Haut und bitteres Fleisch« und seien »keine leichte Beute«. Er verspricht, die VAE würden aus der aktuellen Krise »stärker als zuvor« hervorgehen.
Die Emirate stehen seit Tagen unter besonders massiven iranischen Angriffen. Der Flughafen Dubai musste nach einem iranischen Drohnenangriff nahe den Terminals den Betrieb vorübergehend aussetzen. Die Frage bleibt, ob Abu Dhabi und die anderen Golfstaaten Irans Angriffswelle eher auszuhalten versuchen und auf Abschreckung, Diplomatie und das Sicherheitsnetz ihrer Alliierten setzen, statt selbst deutlich zu eskalieren.

vor 2 Stunden
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