Dieser Artikel gehört zum Angebot von SPIEGEL+. Sie können ihn auch ohne Abonnement lesen, weil er Ihnen geschenkt wurde.
Medien: Kein Ersatz für fragliche Formel-1-Rennen
Im Fall einer Absage der Grand Prix in Bahrain und Saudi-Arabien wird es von der Formel 1 laut einem Bericht des TV-Senders Sky Sports keinen Ersatz geben. Aufgrund der Eskalation im Nahen Osten sind die für den 12. und 19. April angesetzten Veranstaltungen fraglich.
»An erster Stelle steht für uns die Sicherheit aller Beteiligten, der Menschen und des Veranstalters selbst«, sagte Formel-1-Geschäftsführer Stefano Domenicali dem TV-Sender Sky Sports F1 vor dem ersten Grand Prix des Jahres in Australien. Man wolle noch keine Stellungnahme abgeben, »da sich die Lage entwickelt und wir noch Zeit haben, die richtige Entscheidung zu treffen. Diese Entscheidung wird gemeinsam getroffen«, sagte Domenicali.
Pentagon »nicht besorgt« über mögliche Hilfe Russlands für Iran
Das Pentagon hat sich angesichts eines Medienberichts, wonach Russland seinem Verbündeten Iran Informationen über US-Militärziele im Nahen Osten liefert, unbesorgt gezeigt. Die USA seien »nicht besorgt« über den Bericht in der »Washington Post«, sagte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth am Freitag (Ortszeit) dem Sender CBS. Hegseth bestätigte den Bericht zwar nicht, sagte im Nachrichtenmagazin »60 Minutes« jedoch: »Wir verfolgen alles.«
»Unsere Kommandeure sind über alles informiert. Wir verfügen über die besten Geheimdienstinformationen der Welt. Wir wissen, wer mit wem spricht. Wir sind darüber nicht besorgt«, erklärte der Pentagonchef, der sich selbst »Kriegsminister« nennt.
Die »Washington Post« hatte berichtet, Russland habe Iran die Positionen von US-Militäranlagen übermittelt, darunter Schiffe und Flugzeuge. Das Blatt berief sich auf mit Geheimdiensterkenntnissen vertraute Quellen.
Zuvor hatte bereits das Weiße Haus die Berichte heruntergespielt. Das mache keinen Unterschied für den Militäreinsatz in Iran, denn die US-Armee werde die gegnerischen Kräfte in jedem Fall »vollständig vernichten«, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, am Freitag. »Wir erreichen die militärischen Ziele dieser Operation, und das wird so weitergehen«, fügte Leavitt hinzu.
Weißes Haus spielt Bericht zu russischer Hilfe für Iran herunter
Liefert Russland seinem Verbündeten Iran Informationen über US-Militärziele im Nahen Osten? Das Weiße Haus hat nun einen entsprechenden Bericht der »Washington Post« heruntergespielt. Eine solche Informationsweitergabe mache keinen Unterschied für den Militäreinsatz in Iran, denn die US-Armee werde die gegnerischen Kräfte in jedem Fall »vollständig vernichten«, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, Freitag in Washington.
»Wir erreichen die militärischen Ziele dieser Operation, und das wird so weitergehen«, fügte Leavitt hinzu. Die »Washington Post« hatte berichtet, Russland habe Iran die Positionen von US-Militäranlagen übermittelt, darunter Schiffe und Flugzeuge. Das Blatt berief sich auf mit Geheimdiensterkenntnissen vertraute Quellen.
Am Sonntag waren bei einem Drohnenangriff auf einen US-Stützpunkt in Kuwait sechs US-Soldaten getötet worden. US-Präsident Donald Trump nimmt am Samstag an der Überführung der sterblichen Überreste der fünf Soldaten und einer Soldatin teil. Die Militärzeremonie findet auf einem Luftwaffenstützpunkt in Dover im US-Bundesstaat Delaware statt.
Trump steht dem russischen Präsidenten Wladimir Putin nahe. Er hatte den Kremlchef im vergangenen August in Alaska auf einem roten Teppich empfangen. Im russischen Angriffskrieg auf die Ukraine ergriff Trump wiederholt Putins Partei.
Indien und Sri Lanka gewähren iranischen Kriegsschiffen Zuflucht
Indien hat einem iranischen Kriegsschiff wegen eines Motorschadens Medienberichten zufolge das Anlegen erlaubt. Die »IRIS Lavan« und ihre 183 Besatzungsmitglieder befänden sich seit Mittwoch in der südwestlichen Hafenstadt Kochi, berichteten der Sender NDTV und andere indische Medien übereinstimmend unter Berufung auf Beamte in Neu-Delhi. Die iranische Seite habe am 28. Februar, dem ersten Tag der israelisch-amerikanischen Angriffe in Iran, wegen technischer Probleme um Aufnahme gebeten. Einen Tag später habe Indien der Aufnahme zugestimmt.
Für die USA ist es im Irankrieg ein wichtiges Ziel, alle Kriegsschiffe der iranischen Marine außer Gefecht zu setzen. Erst vor wenigen Tagen hatte ein U-Boot der US-Marine eine iranische Fregatte in internationalen Gewässern vor Sri Lanka versenkt.
Einen Tag nach dem Angriff auf die Fregatte gestattete die sri-lankische Regierung einem anderen iranischen Kriegsschiff aus humanitären Gründen das Anlegen. Das Schiff »IRIS Bushehr« bat nach Angaben der Regierung um die Erlaubnis, in einem sri-lankischen Hafen ankern zu dürfen. Die 208 Besatzungsmitglieder wurden demnach in die Hauptstadt Colombo gebracht. Das Schiff hatte Medienberichten zufolge einen technischen Schaden.
Ischinger »negativ überrascht« von fehlendem US-Plan für Iran
Der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, vermisst eine Strategie der US-Regierung für den Irankrieg. »Negativ überrascht hat mich, dass die amerikanische Regierung weiterhin keinen halbwegs verlässlichen Plan kommunizieren kann, was das Ziel der Intervention in Iran ist«, sagte Ischinger dem Magazin »Stern«. »Das Schlimmste, was passieren kann, ist, wenn man ohne klaren Plan, der auch mit den Verbündeten geteilt wird, in solche Operationen hineinstolpert.«
Am ersten Tag der Operation habe US-Präsident Donald Trump den Begriff »Regime Change« in den Mund genommen. »Inzwischen hat Washington die Begründung für den Einsatz jedoch gewechselt, so wie manche das Hemd wechseln«, sagte Ischinger. Von »Regime Change« sei jetzt nicht mehr die Rede, »oder nur noch am Rande«.
Ischinger sieht durch den Irankrieg auch die westliche Unterstützung für die Ukraine in Gefahr. Deutschland müsse als europäische Führungsnation den USA sagen: »Wir müssen uns auf die Ukraine konzentrieren, und nicht auch noch Munitionsknappheiten für die Ukraine verstärken durch eine längere militärische Auseinandersetzung mit Iran«, betonte Ischinger.
Die Ukraine müsse für Europa die absolute Priorität haben. »Wir dürfen es unter keinen Umständen zulassen, dass die Ukraine in ihrem Freiheitskampf in Vergessenheit gerät, weil sich der Fokus verlagert.« Der Irankrieg lenke schon jetzt ab und reduziere die Fähigkeiten, Russland unter Druck zu setzen. »Er droht, die Friktionen im transatlantischen Verhältnis noch zu verstärken.«
Saudi-Arabien: Eine Rakete und sechs Drohnen zerstört
Saudi-Arabien hat eigenen Angaben zufolge eine Rakete abgefangen, die auf einen Luftwaffenstützpunkt zielte, auf dem US-Soldaten stationiert sind. »Eine ballistische Rakete, die in Richtung des Luftwaffenstützpunkts Prince Sultan« südöstlich der Hauptstadt Riad abgefeuert worden war, sei »abgefangen und zerstört« worden, teilte das saudiarabische Verteidigungsministerium am Samstag im Onlinedienst X mit.
Die amtliche Nachrichtenagentur des Landes berichtete von einem weiteren Vorfall, bei dem ein Drohnenangriff auf ein großes Ölfeld nahe der Grenze zu den Vereinigten Arabischen Emiraten vereitelt worden sei. Sechs Drohnen seien bei einem versuchten Angriff auf das Schaiba-Ölfeld zerstört worden.
Der weltweit größte Ölexporteur Saudi-Arabien hatte bereits Anfang der Woche mindestens zwei Drohnenangriffe auf eine Ölraffinerie des staatlichen Ölkonzerns Aramco in Ras Tanura im Osten des Landes gemeldet. Auch sie wurden nach amtlichen Angaben abgefangen. Aramco betreibt auch das Ölfeld Schaiba.
20.000 Seeleute sitzen im Persischen Golf fest
Wegen des Irankriegs müssen im Persischen Golf nach Angaben der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) rund 20.000 Seeleute an Bord von Schiffen ausharren. Generalsekretär Arsenio Dominguez bezeichnete das als inakzeptabel und wies auf ihr erhöhtes Risiko und die »erhebliche psychische Belastung« hin. Alle an dem Konflikt beteiligten Parteien seien verpflichtet, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um den Schutz der Seeleute sowie die Freiheit der Schifffahrt im Einklang mit dem Völkerrecht zu gewährleisten.
Der Persische Golf wird nur durch die für den internationalen Handel wichtige Straße von Hormus mit den Weltmeeren verbunden. Iran weist zwar Berichte über eine vollständige Sperrung der Meerenge, die zwischen seinem Land und dem Oman liegt, zurück. Nach Einschätzung von US-Kriegsbeobachtern ist der Schiffsverkehr dort aber um etwa 90 Prozent zurückgegangen. Am Golf von Persien liegen bedeutende Ölförderländer, zu den Anrainern zählen neben Iran Saudi-Arabien, Irak, Kuwait, Katar, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate.
Dominguez wies auf den Angriff auf den Schlepper »Mussafah 2« in der Straße von Hormus am Freitag hin, bei dem Berichten zufolge mindestens vier Seeleute ums Leben gekommen und drei schwer verletzt worden seien. Seeleute dürften nicht zur Zielscheibe werden, sagte er. Zuletzt wurden im Persischen Golf, der Straße von Hormus und dem Golf von Oman immer wieder Schiffe von Geschossen getroffen.
Iran kritisiert Einmischung Trumps in Khamenei-Nachfolge
Der iranische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Amir Saeid Iravani, hat eine Einmischung von US-Präsident Donald Trump in die inneren Angelegenheiten Irans angeprangert und diese scharf verurteilt. Trumps Äußerungen zu einem neuen Obersten Führer Irans seien »ein klarer Verstoß gegen die Grundsätze der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten von Staaten«, welche in der Uno-Charta verankert seien, sagte Iravani am Freitag vor Journalisten in New York.
Trump hatte zuvor die »bedingungslose Kapitulation« Irans gefordert und erklärt, der neue Oberste Führer müsse »akzeptabel« sein, nachdem Ajatollah Ali Khamenei am ersten Kriegstag getötet worden war. Trump sagte, er wolle bei der Ernennung eines Nachfolgers von Khamenei beteiligt sein. »Ich muss in die Ernennung eingebunden sein«, zitierte die Plattform Axios den US-Präsidenten am Donnerstag.
Iravani erklärte: »Iran ist ein souveräner und unabhängiger Staat. Er akzeptiert keine Einmischung ausländischer Mächte in seine inneren Angelegenheiten und wird dies auch niemals akzeptieren.«
Die Wahl von Khameneis Nachfolger werde »streng nach unseren verfassungsrechtlichen Verfahren und ausschließlich nach dem Willen des iranischen Volkes ohne jegliche Einmischung aus dem Ausland erfolgen«, fügte der Uno-Botschafter hinzu.
USA: Mehr als 3000 Ziele in Iran angegriffen
Das US-Militär hat in Iran seit Kriegsbeginn vor rund einer Woche nach eigenen Angaben mehr als 3000 Ziele angegriffen. Die Streitkräfte hätten auch 43 iranische Schiffe zerstört oder beschädigt, teilte das US-Regionalkommando für den Nahen Osten (Centcom) auf der Plattform X mit. Erklärtes Ziel des US-Militärs ist es, die gesamte iranische Marine außer Gefecht zu setzen.
In Iran gibt es neben den Kriegsschiffen des Militärs auch eine Flotte der Revolutionswächter, die in der Vergangenheit zum Beispiel kleinere Schnellboote eingesetzt haben.
In den ersten sieben Tagen des Kriegs hätten sich die Angriffe der US-Streitkräfte neben der iranischen Marine unter anderem auf Hauptquartiere der iranischen Revolutionswächter (IRGC), auf iranische Flugabwehrsysteme und ballistische Raketen sowie auf Kommandozentren konzentriert, teilte Centcom mit.
US-Minister: »Schwerstes Bombardement« Irans steht bevor
US-Finanzminister Scott Bessent hat besonders heftige Angriffe auf Iran angekündigt. »Heute Nacht wird unser schwerstes Bombardement stattfinden«, sagte er dem Sender Fox Business am Freitag (Ortszeit). Man werde den iranischen Raketenabschussrampen und den Fabriken, in denen die Raketen hergestellt würden, den »größten Schaden« zufügen, sagte er. Die USA und Israel hatten ihre Angriffe auf Iran am vergangenen Samstag begonnen.
US-Präsident Donald Trump erklärte Anfang der Woche, dass bald noch heftigere Angriffe folgen sollten. »Wir haben noch nicht einmal angefangen, hart zuzuschlagen«, sagte er dem Sender CNN am Montag. »Die große Welle kommt bald.«
Die israelische Luftwaffe fliegt in der Nacht nach eigenen Angaben weitere Angriffe in Iran. Man habe eine »breite Welle« an Attacken gegen Infrastruktur begonnen, teilte das Militär in der Nacht mit.
Katar verkündet teilweise Wiederöffnung seines Luftraums
Nach der vollständigen Schließung seines Luftraums wegen des Irankriegs hat Katar eine teilweise Wiederöffnung verkündet. Der Flugverkehr über Katar könne über genau festgelegte Routen und in eingeschränktem Umfang wieder aufgenommen werden, erklärte die Flugaufsichtsbehörde am Freitagabend. Dazu gehöre zunächst eine begrenzte Zahl von Flügen zur Evakuierung gestrandeter Passagiere sowie Transportflüge.
Qatar Airways kündigte für Samstag Evakuierungsflüge nach Frankfurt am Main, London, Paris, Madrid und Rom an. Mitgenommen würden bevorzugt gestrandete Familien, ältere Menschen und solche mit dringendem medizinischen Behandlungsbedarf.
Ob in den kommenden Tagen weitere Flüge stattfinden könnten, hänge von der Sicherheitslage ab, erklärte die Flughafenverwaltung in Katar. Diese werde laufend überprüft. Tausende Reisende aus aller Welt sitzen derzeit in der Golfregion fest, weil der Flugbetrieb wegen des Irankriegs eingestellt wurde.
Irans Uno-Botschafter meldet 1332 getötete Zivilisten
Im Konflikt mit Israel und den USA sind nach iranischen Angaben bislang mindestens 1332 Zivilisten ums Leben gekommen. Tausende weitere seien verletzt worden, sagte der iranische Uno-Botschafter Amir Saeid Iravani vor Journalisten am Sitz der Vereinten Nationen in New York.
Iravani behauptete, die USA und Israel hätten gezielt zivile Infrastruktur angegriffen, während Iran militärische Ziele und keine Zivilisten ins Visier genommen habe. Iran greife auch nicht die Interessen von Nachbarstaaten an, so Iravani, und untersuche Vorwürfe, er habe nichtmilitärische Ziele attackiert. »Unsere erste Einschätzung deutet darauf hin, dass einige dieser Vorfälle auf Abfangmanöver oder Eingriffe des US-Verteidigungssystems zurückzuführen sein könnten.« Dadurch seien Raketen oder Drohnen möglicherweise von ihren eigentlichen militärischen Zielen abgelenkt worden.
Weißes Haus spielt Bericht zu russischer Hilfe für Iran herunter
Liefert Russland seinem Verbündeten Iran Informationen über US-Militärziele im Nahen Osten? Das Weiße Haus hat nun einen entsprechenden Bericht der »Washington Post« heruntergespielt. Eine solche Informationsweitergabe mache keinen Unterschied für den Militäreinsatz in Iran, denn die US-Armee werde die gegnerischen Kräfte in jedem Fall »vollständig vernichten«, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, Freitag in Washington.
»Wir erreichen die militärischen Ziele dieser Operation, und das wird so weitergehen«, fügte Leavitt hinzu. Die »Washington Post« hatte berichtet, Russland habe Iran die Positionen von US-Militäranlagen übermittelt, darunter Schiffe und Flugzeuge. Das Blatt berief sich auf mit Geheimdiensterkenntnissen vertraute Quellen.
Am Sonntag waren bei einem Drohnenangriff auf einen US-Stützpunkt in Kuwait sechs US-Soldaten getötet worden. US-Präsident Donald Trump nimmt am Samstag an der Überführung der sterblichen Überreste der fünf Soldaten und einer Soldatin teil. Die Militärzeremonie findet auf einem Luftwaffenstützpunkt in Dover im US-Bundesstaat Delaware statt.
Trump steht dem russischen Präsidenten Wladimir Putin nahe. Er hatte den Kremlchef im vergangenen August in Alaska auf einem roten Teppich empfangen. Im russischen Angriffskrieg auf die Ukraine ergriff Trump wiederholt Putins Partei.
Trump drängt US-Rüstungsunternehmen zu deutlich höherer Produktion
Wegen des Irankriegs hat US-Präsident Donald Trump die Rüstungsindustrie zu einer deutlichen Steigerung ihrer Produktion gedrängt. Er schrieb am Freitag nach einem Treffen mit Branchenvertretern im Weißen Haus, die Konzerne hätten zugesagt, die Produktion hoch entwickelter Waffen zu vervierfachen. Welche Art von Waffen Trump damit meinte, ist unklar. Angaben der Rüstungsindustrie dazu lagen zunächst nicht vor.
An dem Treffen im Weißen Haus nahmen nach Angaben des Präsidenten die Chefs von sieben Rüstungskonzernen teil, darunter BAE Systems, Lockheed Martin, Northrop Grumman und Raytheon. Hintergrund sind Sorgen in der US-Regierung, durch den Irankrieg könnten sich die Waffenlager rasant leeren. Vertreter der US-Regierung hatten jüngst mehrfach betont, dass die USA keinen Mangel an Munition hätten.
Laut dem US-Sender NBC hatten Regierungsvertreter diese Woche in Gesprächen im Kongress angedeutet, Trump könne ein Gesetz aus dem Kalten Krieg nutzen (Defense Production Act), um die Waffenproduktion anzukurbeln. Offenbar setzt er nun zunächst auf freiwillige Schritte der Rüstungsindustrie.
Trump wiederholte zugleich in seinem Truthsocial-Post die zuvor geäußerte Behauptung, die USA verfügten über »praktisch unbegrenzte Vorräte an Mittel- und Obermittelklasse-Waffen«. Sie würden derzeit in Iran eingesetzt und kürzlich in Venezuela, wo US-Streitkräfte Anfang Januar den langjährigen Präsidenten Nicolás Maduro gefangen genommen hatten.
Schon vor Beginn des Kriegs gegen Iran war die Nachfrage nach Rüstungsgütern massiv angestiegen, vor allem aufgrund des russischen Angriffskriegs in der Ukraine. Auch im Gaza-Krieg und bei den vorherigen Angriffen auf Iran im vergangenen Jahr wurden massiv Waffen und Munition aus US-Produktion verbraucht.
Putin spricht Irans Präsident Pezeshkian Solidarität aus
Vor dem Hintergrund des Irankriegs hat Kremlchef Wladimir Putin nach Angaben aus Moskau seinem Kollegen in Teheran, Massud Pezeshkian, Russlands Solidarität zugesichert. Putin habe bei dem Telefonat »nochmals sein tiefes Beileid ausgesprochen wegen der Ermordung des Obersten Führers der Islamischen Republik, Ajatollah Ali Khamenei, (...) sowie der vielen Opfer in der Zivilbevölkerung infolge der israelisch-amerikanischen Aggression gegen den Iran«, teilte der Pressedienst des Kremls mit.
Russland und der Iran haben im vergangenen Jahr eine »strategische Partnerschaft« geschlossen, die auch eine Zusammenarbeit bei Militär und Rüstung vorsieht. Der Vertrag enthält aber keine Verpflichtung zu einem Eingreifen, wenn eines der Länder attackiert wird. Moskau greift offiziell nicht in den aktuellen Konflikt ein, liefert Teheran aber Waffen. Für Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine hatte der Iran zuvor Drohnen und Raketen bereitgestellt.
Uno-Blauhelmsoldaten bei Angriff auf Stützpunkt im Libanon verletzt
Bei einem Raketenangriff auf einen Stützpunkt der Uno-Friedenstruppe im Süden des Libanon sind nach Angaben der ghanaischen Armee zwei Blauhelmsoldaten schwer verletzt worden. Die beiden Soldaten der Uno-Mission Unifil schwebten in Lebensgefahr, ein weiterer habe einen schweren Schock erlitten, erklärte die ghanaische Armee am Freitag. Der Stützpunkt in der Stadt Kawsah wurde demnach mit zwei Raketen beschossen. Ein Gebäude auf dem Stützpunkt brannte vollständig nieder.
Der libanesische Präsident Joseph Aoun machte Israel für den Angriff verantwortlich. Der französische Präsident Emmanuel Macron nannte den Vorfall »unverzeihlich«. Die Unifil fungiert seit Jahrzehnten als eine Art Puffer zwischen Israel und dem Süden des Libanon.
Baku wirft Teheran geplante Terroranschläge vor
Der Geheimdienst von Aserbaidschan hat nach eigenen Angaben mehrere iranische Terroranschläge verhindert. Zur Destabilisierung der Lage seien Angriffe auf die Ölpipeline Baku-Tiflis-Ceyhan, die Botschaft Israels in Aserbaidschan, eine Synagoge und einen hohen jüdischen Geistlichen im Land vorbereitet worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Azertag unter Berufung auf eine Mitteilung des Geheimdienstes.
Demnach sollen iranische Staatsbürger mehrere Sprengsätze ins Land geschmuggelt haben, darunter auch einen Container mit knapp acht Kilogramm des Militärsprengstoffs C4. Baku macht dafür die iranischen Revolutionswächter verantwortlich.
Am Donnerstag berichtete Aserbaidschan über einen Drohnenangriff auf einen Flughafen. Der Staatschef in Baku, Ilham Alijew, sprach von einem Terrorangriff und versetzte die Streitkräfte seines Landes in Einsatzbereitschaft. Aserbaidschan beteiligt sich nicht an den Attacken gegen Iran.
US-Botschaft: Iranische Milizen könnten Hotels im Irak angreifen
Die US-Botschaft im Irak warnt davor, dass iranische Terrormilizen bei Ausländern beliebte Hotels in der irakischen Region Kurdistan angreifen könnten. Amerikanische Bürger wurden dazu aufgerufen, das Land so bald wie möglich zu verlassen, wie aus einer entsprechenden Mitteilung der US-Botschaft im Irak hervorgeht. US-Bürger, die das Land nicht verlassen können, sollten sich »für längere Zeit an einem sicheren Ort aufhalten«.
Derzeit gibt es den Angaben nach keine kommerziellen Flüge aus dem Land. Der Irak könne über den Landweg nach Jordanien, Kuwait, Saudi-Arabien und in Richtung Türkei verlassen werden. »Die meisten Landgrenzen sind geöffnet, können aber kurzfristig geschlossen werden«, hieß es weiter.
Die Kurden in Iran stehen derzeit unter besonderer Beobachtung. Spekuliert wird, dass die USA kurdische Milizen bewaffnen und diese als lokale Söldner nach Iran entsenden könnten. Eine offizielle Bestätigung dazu gibt es bislang nicht.
Nach irakischen Angaben kam es auch im Laufe des Tages wieder zu mehreren Drohnenangriffen auf verschiedene Ziele im Land. Zunächst war nicht klar, wer für die Angriffe verantwortlich war. Es soll zu Angriffen in der Provinz Basra und auch auf einen Militärstützpunkt gekommen sein. Proiranische Milizen im Land haben zuletzt immer wieder Angriffe vor allem auf US-Interessen im Land für sich reklamiert.
Israel meldet Angriff auf Kommandozentrale der Revolutionswächter im Libanon
Israels Militär hat nach eigenen Angaben eine Kommandozentrale der iranischen Revolutionswächter in den südlichen Vorstädten Beiruts angegriffen. Diese sei von der proiranischen Hisbollah-Miliz genutzt worden, teilte die Armee mit. In den als Dahija bezeichneten südlichen Vororten der libanesischen Hauptstadt seien auch drei Kommandozentralen der Schiitenmiliz angegriffen worden, hieß es weiter.
Im Laufe des Tages kam es zu mehreren Angriffen des israelischen Militärs südlich von Beirut, die Viertel gelten als Hochburg der Hisbollah. Die Miliz hatte am Montag als Reaktion auf die Tötung des iranischen Obersten Führers Ajatollah Ali Khamenei begonnen, Raketen auf Ziele in Israel zu feuern.
Israels Generalstabschef Eyal Zamir drohte der Hisbollah mit weiteren und intensiveren Angriffen. »Wir werden jede Gelegenheit nutzen, um die Hisbollah zu treffen, Fortschritte zu erzielen und die Bedrohung zu beseitigen«, sagte er nach einer Lageeinschätzung im Norden Israels. Die Hisbollah habe sich dazu entschieden, Iran beizuspringen, und zahle nun den Preis dafür.
Mit Material der Agenturen

vor 2 Stunden
1












English (US) ·