Xbox: Microsoft plant laut Bericht neue Entlassungswelle im Juli

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Bei Microsofts Xbox-Sparte steht offenbar die nächste Entlassungswelle bevor. Die Stellenstreichungen sollen kurz nach dem Ende des Microsoft-Geschäftsjahres am 30. Juni folgen, berichtet Bloomberg unter Berufung auf mit den Plänen vertraute Personen.

In welchem Umfang Stellen wegfallen sollen, geht aus dem Bericht von Bloomberg noch nicht hervor. Neben den Entlassungen plant Xbox demnach deutliche Kürzungen beim Marketing-Budget und in weiteren, nicht näher genannten Geschäftsbereichen. Microsoft hat den Bericht nicht kommentiert. Es wäre der erste große Umbau unter Asha Sharma, die im Februar die Leitung der Xbox-Sparte übernommen hat.

Kurz nach Veröffentlichung des Bloomberg-Berichts stellte Microsoft am Mittwoch ein internes Memo ins Netz, das Sharma und Content-Chef Matt Booty zuvor an die Xbox-Belegschaft geschickt hatten. Von Entlassungen ist in dem Schreiben mit dem Titel „Next 100 Days: Xbox Reset“ keine Rede, das Microsoft auf Xbox Wire veröffentlicht hat. Stattdessen zählen Sharma und Booty fünf „Realitäten“ auf, mit denen die Sparte umgehen müsse.

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Eine Hand hält Speicherriegel wie Spielkarten

Die Zahlen in dem Memo sind düster. Im laufenden Geschäftsjahr erreicht die Xbox-Sparte demnach nur noch eine Marge von rund 3 Prozent, weniger als im Vorjahr. Die Übernahme von Activision Blizzard King herausgerechnet, habe Microsoft in den vergangenen fünf Jahren über 20 Milliarden US-Dollar in Inhalte, Plattform und Hardware-Subventionen gesteckt. Der Jahresumsatz sei im selben Zeitraum um knapp eine halbe Milliarde US-Dollar gesunken. „So kann es künftig nicht weitergehen“, schreiben Sharma und Booty.

Besonders konkret wird das Memo bei der Hardware. Als Sharma im Februar ihren Posten antrat, zahlte Microsoft demnach für die Speicherbausteine seiner Konsolen mehr als doppelt so viel wie im vergangenen Herbst. Seither hätten sich die Preise erneut verdoppelt. Für die Weihnachtssaison 2027 rechnet Xbox mit mehr als dem Fünffachen des Preisniveaus von vor zwei Jahren. Derzeit könne Xbox nicht so viele Konsolen bauen, wie Spieler kaufen wollen. Die anhaltende Speicherkrise trifft die gesamte Branche, Microsoft sieht sich aber stärker getroffen als viele Wettbewerber.

An der nächsten Konsolengeneration, die unter dem Codenamen Project Helix entsteht, will Microsoft dem Memo zufolge festhalten. Für das Hardware-Geschäft brauche Xbox aber ein neues Geschäftsmodell und neue Partnerschaften. Auch beim Studiosystem sehen Sharma und Booty Handlungsbedarf: Xbox habe sich mit dem Ausbau der eigenen Studios übernommen und zugleich seine großen Marken nicht ausreichend finanziert, um konkurrenzfähig zu sein. Die Investitionsprioritäten für die kommenden fünf Jahre sollen auf den Prüfstand. Zudem will Xbox seine Plattform-Infrastruktur umbauen und schließt dafür Zukäufe nicht aus.

Das Memo erscheint wenige Tage nach dem Xbox Games Showcase, den Sharma erstmals als Xbox-Chefin verantwortete. Dort kündigte Microsoft mit „Gears of War: E-Day“ und „Clockwork Revolution“ wieder zwei exklusive Spiele an.

(dahe)

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