Die AfD-Fraktion im Bundestag hat den umstrittenen Abgeordneten Jan Wenzel Schmidt aus ihren Reihen ausgeschlossen. Nach SPIEGEL-Informationen stimmten 98 Anwesende dafür, 14 dagegen, zehn enthielten sich. Der Politiker aus Sachsen-Anhalt steht seit Wochen im Zentrum des Vetternwirtschaftsskandals der Partei.
Die Fraktionsspitze hatte Schmidt »fraktionsschädigendes Verhalten« vorgeworfen, wie ein Sprecher bestätigte. Der AfD-Politiker sagte dem SPIEGEL, er sei bei der entscheidenden Sitzung nicht selbst anwesend gewesen. In einer Stellungnahme schrieb er: »Die Entscheidung, mich aus der Bundestagsfraktion auszuschließen, halte ich für falsch. Reformbedarf wird nicht dadurch gelöst, dass man einzelne Personen zum Problem erklärt.«
Der Abgeordnete hatte zuvor Parteifreunde in der Affäre kritisiert und in einem Interview auch von einer »Beutegemeinschaft« innerhalb der AfD gesprochen. Es würden Mandate hin- und hergeschoben, Anstellungen untereinander ausgemacht und Gelder abgefasst. Gegen Schmidt läuft auch ein Parteiausschlussverfahren.
Zuvor waren über Wochen immer neue Fälle bekannt geworden, in denen AfD-Politiker Verwandte und Bekannte von Parteikollegen eingestellt und in ihren Büros beschäftigt hatten. Neben Eltern, Kindern, Partnerinnen oder Schwagern wurden teils auch Fußballbekanntschaften beschäftigt. Dazu kommen Vorwürfe über Scheinbeschäftigung und Zweckentfremdung von Steuergeldern. Vertreter anderer Parteien forderten Konsequenzen und strengere Vorschriften.

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