Die Stadt Galați liegt im Südosten Rumäniens, nur wenige Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. In der Nacht vom 28. auf den 29. Mai schlug hier eine russische Drohne in ein Wohnhaus ein. Sie durchbrach die Decke im obersten Stockwerk, eine Frau und ihr Sohn wurden verletzt. Eigentlich sei die Drohne gegen die Ukraine gerichtet gewesen, gaben Vertreter Rumäniens kurz darauf zu Protokoll. Doch sie überflog die Grenze und stürzte ab, auf Nato-Gebiet.
In Militärkreisen nennt man ein solches Ereignis oft lapidar einen »Vorfall«, und dieser hier hat erneut gezeigt, wie real die Bedrohung durch Russland ist – nicht nur für die Ukraine. Mehrfach schon sind russische Drohnen seit dem Beginn des Krieges im Februar 2022 in den Luftraum Polens eingedrungen, in den vergangenen Wochen waren Finnland, Estland und Litauen betroffen. Auch nach dem Einschlag in Galați kam die Reaktion prompt, man demonstrierte Einigkeit, sogar sprachlich. »Wir stehen an der Seite unseres Nato-Alliierten Rumänien«, schrieb der amerikanische Nato-Botschafter Matthew Whitaker auf X. »Wir werden jeden Zentimeter des Nato-Territoriums verteidigen.« – »Jeden Zentimeter verteidigen«, dieselbe Formulierung nutzte dann auch der Generalsekretär der Allianz, Mark Rutte.

vor 1 Stunde
1










English (US) ·