Schauspieler Josef Hader über das Trinken: »Auch von nur einem Glas Alkohol wird alles schlechter«

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SPIEGEL: Herr Hader, Ihr Auftritt im Kinofilm »Schöne Seelen«, wo Sie einen dauerbetrunkenen und Karaoke singenden Diskothekenbetreiber spielen, wurde beim Münchner Filmfest heftig bejubelt. Ist das die Rolle Ihres Lebens?

Hader: Nein, die Rolle hat schon Spaß gemacht, aber ich musste furchtbar viel üben dafür. Nicht nur das Karaoke-Singen, sondern auch das pausenlose Gerede der Figur. Ich sage ja lieber nur sehr wenige Sätze in einem Film und schau dabei traurig. Da muss man auch weniger Text lernen.

SPIEGEL: Es gilt als Spezialdisziplin der Schauspielkunst, Betrunkene gut zu spielen – oft ist es nicht so toll. Bei Ihnen und Ihrem Kollegen August Diehl schon. Liegt das daran, dass Sie tatsächlich unter Alkoholeinfluss gespielt haben?

Hader: Auf keinen Fall. Man sollte niemals trinken, wenn man einen Betrunkenen spielt. Egal, ob im Film oder auf der Bühne.

Josef Hader, Jahrgang 1962, ist Schauspieler und Kabarettist. 2017 gab er mit »Wilde Maus« sein Debüt als Filmregisseur. In Tom Schreibers Tragikomödie »Schöne Seelen« wird er demnächst im Kino zu sehen sein.

Hader: Ich glaube, nicht einmal berühmte Trinker wie Dean Martin und Richard Burton haben das gemacht. Obwohl, bei Burton weiß ich es nicht genau. Jedenfalls gilt: Auch von nur einem Glas Alkohol wird alles schlechter. Die Augen müde, der Körper schlaff, die Konzentration ist weg.

SPIEGEL: Wie sieht es mit anderen Drogen aus?

Hader: Außer sehr starken Hustentropfen hab ich noch nichts probiert. Da war Codein drinnen, ein richtiges Opiat. Das war meine einzige Drogenerfahrung auf der Bühne. In den wilden Neunzigern gab’s in Österreich einen Kollegen, von dem wusste man, dass der kokst. War aber keine gute Vorstellung. Der hat gar nicht mehr gemerkt, ob das Publikum reagiert. Da hab ich es lieber bleiben lassen. Aus künstlerischen Gründen.

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