Seine atomare Aufrüstung will Frankreich ohne Hilfe seiner Verbündeten finanzieren. Von denen erwarte man jedoch bessere Koordination bei Waffen mit großer Reichweite.
Aktualisiert am 3. März 2026, 13:39 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AFP, dar
Frankreich will seine geplante atomare Aufrüstung allein finanzieren. "Wir werden unsere Verbündeten nicht bitten, sich daran zu beteiligen", sagte die französische Verteidigungsministerin Catherine Vautrin dem Sender France Inter. "Es bleibt eine völlig französische Entscheidung, vollständig von Frankreich finanziert." Entsprechende Kosten dafür seien bereits eingeplant.
Die nukleare Abschreckung mache derzeit 13 Prozent des Verteidigungshaushalts aus, teilte Vautrin mit. In der geplanten Haushaltsanpassung, die im Frühjahr verabschiedet werden soll, sei ein entsprechender Spielraum eingeplant. Frankreichs Verteidigungshaushalt umfasst 2026 rund 57 Milliarden Euro.
Allerdings erwarte das Land eine deutlichere Unterstützung seiner Verbündeten im konventionellen Bereich, sagte die Verteidigungsministerin. "Unterstützung, das bedeutet auch eine bessere Koordination bei Themen wie Waffen mit großen Reichweiten", sagte Vautrin.
Macron kündigte engere Zusammenarbeit an
Die Frage, ob Frankreich künftig Atomwaffen in den Partnerländern stationieren wolle, ließ die Ministerin unbeantwortet. Ziel sei es, als Atomstreitkraft über Flugzeuge zu verfügen, die sich im Himmel so verteilten würden, "wie die Atom-U-Boote sich im Ozean verteilen". Dies entspreche dem neuen Konzept einer "vorgelagerten Abschreckung", deren Details "mit jedem Land einzeln ausgehandelt" werden sollten.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte am Vortag eine engere Zusammenarbeit mit Deutschland und sieben weiteren Ländern bei der nuklearen Abschreckung angekündigt. Dazu könne auch eine "situationsbedingte Stationierung von Elementen der strategischen Kräfte" gehören, sagte Macron. Gemeint ist wohl, dass mit Atomwaffen bestückte französische Kampfflugzeuge Militärstützpunkte in Partnerländern punktuell nutzen können. Von einer dauerhaften Stationierung französischer Atomwaffen in anderen Ländern ist derzeit jedoch nicht die Rede.
"Um frei zu sein, muss man gefürchtet werden"
Diese neue Zusammenarbeit sei keine Konkurrenz zur nuklearen Teilhabe der Nato, sondern solle diese "perfekt ergänzen", hatte Macron in seiner Grundsatzrede zur nuklearen Abschreckung auf dem Marinestützpunkt Île Longue betont. "Um frei zu sein, muss man gefürchtet werden", sagte er.
Macron hatte angekündigt, die Zahl der französischen Atomsprengköpfe um eine ungenannte Menge aufzustocken. Die geopolitischen Umbrüche und Risiken rechtfertigten eine "Verschärfung unseres Modells", sagte er.
Neben Deutschland will Frankreich auch mit Großbritannien, Polen, den Niederlanden, Belgien und Griechenland bei der nuklearen Abschreckung enger zusammenarbeiten. Dies umfasse auch gemeinsame Militärübungen. Die Entscheidungshoheit über die Atomwaffen bleibe jedoch ausschließlich in der Hand des französischen Präsidenten, sagte Macron. "Es wird keinerlei Beteiligung an der endgültigen Entscheidung geben, weder an ihrer Planung noch an ihrer Umsetzung."

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