Zehntausende Dokumente im Epstein-Konvolut der US-Regierung sind plötzlich offline. Laut Berichten geht es darin auch um Vorwürfe gegen Präsident Donald Trump.
4. März 2026, 12:10 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, dar
Das US-Justizministerium soll zehntausende Dokumente aus den veröffentlichten Akten im Missbrauchsfall von Jeffrey Epstein offline genommen haben. Wie das Wall Street Journal und CBS berichten, wurden ihren Analysen zufolge mehr als 47.000 Dateien aus der öffentlich zugänglichen Datenbank entfernt.
Das US-Justizministerium will einer Sprecherin zufolge keine Dateien gelöscht haben. Die Dokumente seien lediglich zur weiteren Überprüfung vorübergehend offline gestellt worden. Das Wall Street Journal zitierte eine Sprecherin mit der Angabe, 47.635 Dateien seien zu diesem Zweck entfernt worden, sollten aber bis Ende der Woche wieder online gehen.
Nach Angaben des Wall Street Journal betreffen einige der zurückgehaltenen Unterlagen FBI-Vermerke zu Befragungen einer Frau aus dem Jahr 2019. Sie habe ausgesagt, in den 1980er-Jahren als Minderjährige von Epstein missbraucht worden zu sein und offenbar auch Vorwürfe sexuellen Fehlverhaltens gegen den späteren US-Präsidenten Donald Trump erhoben.
Ministerium befindet Vorwürfe gegen Trump als "unbegründet"
In der Datenbank veröffentlicht wurden demnach eine Zusammenfassung der Aussagen und ein erstes FBI-Vernehmungsprotokoll. Drei weitere Berichte, in denen auch über Trump gesprochen worden sein soll, sind laut Wall Street Journal derzeit nicht online.
Bei der Veröffentlichung der Dokumente hatte es in einer Pressemitteilung vom Ministerium geheißen, die Angaben in den Unterlagen seien nicht verifiziert. Einige Vorwürfe gegen Trump seien dem FBI kurz vor der Präsidentschaftswahl 2020 vorgelegt worden und "unbegründet und falsch". Hätten sie jegliche Glaubwürdigkeit gehabt, "wären sie sicherlich bereits gegen Präsident Trump instrumentalisiert worden", teilte das Ministerium mit.
Die Veröffentlichung der mehr als drei Millionen Seiten erfolgt auf Grundlage des sogenannten Epstein Files Transparency Act, der das Justizministerium verpflichtet, große Teile der Ermittlungsakten öffentlich zugänglich zu machen. Nach Angaben von CBS News wurden aus der Sammlung auch etwa Fotos aus Epsteins Gefängnis sowie Bilder von Computern und anderen Beweisstücken entfernt.
Das Ministerium begründete dies mit dem Schutz persönlicher Daten und von Opfern. Abgeordnete kritisierten jedoch, einige Schwärzungen könnten eher einflussreiche Personen schützen.

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