Libanon: Israel plant die Errichtung einer "Pufferzone" im Libanon

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Israel will seine Einwohner mit einer "Pufferzone" im Libanon vor "jeder Bedrohung" aus dem Grenzgebiet schützen. Erste Bodentruppen sind Berichten zufolge schon vor Ort.

3. März 2026, 12:54 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AFP, Reuters, KNA,

 Nach israelischen Angriffen auf das südlibanesische Gebiet Kfar Tibnit steigt Rauch auf.
Nach israelischen Angriffen auf das südlibanesische Gebiet Kfar Tibnit steigt Rauch auf. © Rabih Daher/​AFP/​Getty Images

Die israelische Armee hat angekündigt, eine "Pufferzone" im Libanon zu errichten. Diese solle die Einwohner im israelischen Grenzgebiet zum Libanon vor "jeder Bedrohung" schützen, sagte Armeesprecher Effie Defrin.

Unterdessen sollen Bodentruppen der israelischen Armee bereits in eine Grenzregion im Südlibanon vorgedrungen sein, wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Armeekreise berichtet. Die libanesische Armee kündigte einen Rückzug ihrer Posten bis zehn Kilometer von der Grenze an.

Die Entscheidung sei getroffen worden, um die Sicherheit der Soldaten zu gewährleisten, hieß es aus Militärkreisen. Nachdem es zu einer "Eskalation" seitens der israelischen Armee gekommen sei, habe die libanesische Armee ihre Truppen an mehrere andere Stellungen verlegt. Das berichtet auch die Zeitung Haaretz unter Berufung auf libanesische Quellen.

Das Vorrücken der israelischen Bodentruppen erfolge in der Grenzregion von Kfar Kila und dem Khiam-Tal, sagte ein libanesischer Armeevertreter, der anonym bleiben wollte.

Israel fordert Menschen zur Flucht auf

Verteidigungsminister Israel Katz kündigte am Morgen an, dass die israelische Armee im Libanon weiter vorrücken wolle. "Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und ich haben die israelischen Streitkräfte angewiesen, vorzurücken und weitere strategische Stellungen im Libanon unter Kontrolle zu bringen", sagte Katz.

Das israelische Militär forderte die Bewohner von insgesamt 53 Ortschaften im Süden ​Libanons zum Verlassen ihrer Siedlungen auf. Zuvor hatte die israelische Armee bereits ihre Truppen entlang der Grenze zum Nachbarland verstärkt. Soldaten seien zusätzlich zu den fünf Posten entsandt worden, die dort seit dem Waffenstillstand vom November 2024 im Einsatz sind, berichteten israelische Medien unter Berufung auf Armeeangaben.

Mindestens 30.000 Menschen auf der Flucht

Seit Beginn der Feindseligkeiten zwischen Israel und der Hisbollah haben nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks ​UNHCR mindestens 30.000 Menschen im Libanon Schutz in Notunterkünften gesucht. "Konservativen Schätzungen zufolge wurden fast 30.000 Menschen in Sammelunterkünften aufgenommen und registriert", sagte ein UNHCR-Sprecher. Viele weitere hätten in ihren Autos am Straßenrand geschlafen oder steckten im Stau.

Aus Teilen des Südlibanon, der Bekaa-Ebene im Ostlibanon und südlichen Vororten von Beirut seien "bedeutende Bevölkerungsbewegungen" gemeldet worden, teilte der UNHCR-Sprecher weiter mit. Der zuständige Regionaldirektor des Welternährungsprogramms (WFP), Samer Abdel Dschaber, rechnete nach eigenen Angaben damit, dass die Zahl der Betroffenen im Libanon noch "erheblich steigt".

Hisbollah griff Ziele in Israel an

Die USA und Israel hatten am Samstag massive Luftangriffe auf den Iran begonnen. Dabei wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Der US-israelische Krieg gegen den Iran hat auch den Konflikt zwischen Israel und der pro-iranischen Miliz Hisbollah im Libanon wieder eskalieren lassen.

Die vom Iran finanzierte Miliz, die im November 2024 einen Waffenstillstand mit Israel geschlossen hatte, hat in der Nacht zum Montag begonnen, Ziele im Norden Israels mit Raketen und Drohnen anzugreifen. Israel reagierte sofort mit Gegenangriffen und bombardierte südliche Vororte der Hauptstadt Beirut sowie Dutzende Ortschaften im Süden des Libanon.

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