Krieg in Nahost: Israel setzt Angriffe auf Libanon fort

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Viele Angaben stammen von Konfliktparteien und lassen sich teilweise nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.

Wichtige Updates

Iran: Rahmenabkommen unter Führung von Chamenei finalisiert

Bericht: Trump droht Iran mit erneuten Angriffen, falls Verhandlungen scheitern

Merz: Abkommen mit Iran muss „zielstrebig“ umgesetzt werden 

Straße von Hormus soll erst am Freitag geöffnet werden

Iran: Friedensabkommen soll auch für Libanon gelten – wie reagiert Israel?

Julia Daniel

Verteidigungsminister: Israel zieht sich nicht aus Libanon zurück 

Israel zieht sich ​nach Angaben von Verteidigungsminister Israel Katz nicht aus den in Libanon besetzten Gebieten zurück. Sollte Iran Israel wegen der Ereignisse in Libanon angreifen, werde das Land Vergeltung üben, kündigt Katz in einer Erklärung zudem an. 

Auch Libanon meldet am Morgen erneute israelische Angriffe. Israel habe unter anderem die Umgebung der Stadt Nabatija angegriffen, berichtete die Staatsagentur NNA am Morgen. Bei einem Drohnenangriff habe es mehrere Verletzte gegeben. Augenzeugen berichteten ebenfalls von neuen israelischen Angriffen im Raum der strategisch wichtigen Stadt. Libanesische Sicherheitskreise berichteten von Angriffen in Südlibanon mit Artillerie und Drohnen durch die Nacht und bis in die Morgenstunden mit einer vorübergehenden Pause. Der Beschuss und die Drohnenangriffe gingen demnach am Morgen aber weiter. 

Ein sofortiges und dauerhaftes Ende der Kampfhandlungen auch in Libanon ist laut Irans Vize-Außenminister Kasem Gharibabadi Teil des zwischen den USA und Iran ausgehandelten Abkommens. 

Tobias Bug

Iran: Rahmenabkommen unter Führung von Chamenei finalisiert

Der iranische oberste Nationale Sicherheitsrat hat nach eigenen Angaben das Rahmenabkommen mit den USA unter der Führung von Staatsoberhaupt Modschtaba Chamenei finalisiert. Die Verhandlungen seien am Sonntagabend zum Abschluss gekommen, hieß es in einer Stellungnahme des Sicherheitsrates, die von der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim veröffentlicht wurde.

Das Rahmenabkommen umfasse ein sofortiges Kriegsende an allen Fronten, einschließlich Libanon. Dies gelte sofort und dauerhaft. Zudem werde die US-Seeblockade sofort und vollständig aufgehoben, hieß es weiter. Von Zugeständnissen der iranischen Seite war in dem Schreiben keine Rede.

Der iranische Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi sagte laut Tasnim, die iranischen Verpflichtungen des Abkommens würden erst nach einer Unterzeichnung am Freitag in Kraft treten. In einem weiteren Tasnim-Bericht war unter Berufung auf namentlich nicht genannte Quellen von einer Öffnung der Straße von Hormus nach einer Unterzeichnung des Rahmenabkommens die Rede.

Ölpreise fallen nach Einigung zwischen USA und Iran deutlich 

Die Ölpreise sind nach der angekündigten Einigung zwischen den USA und Iran und der Aussicht auf eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus deutlich gefallen. Der Preis des Nordseeöls der Sorte Brent senkt sich in Singapur um 4,1 Prozent auf 83,75 Dollar je Barrel, US-Leichtöl der Sorte WTI um 4,7 Prozent auf 80,87 Dollar. 

Seit der Schließung der Meerenge, durch die ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggasversorgung fließt, fehlen dem Weltmarkt Millionen Barrel Öl und Gas. Der Chefmarktanalyst von KCM Trade, Tim Waterer, sagt, die geopolitische Risikoprämie im Ölpreis werde nun „recht aggressiv abgebaut“, da Händler die Aussicht auf wiederhergestellte Ölströme einpreisten.

Die Einigung treibt auch die Börsen in Asien an. Die Leitindizes der Börsen in Japan und Südkorea haben deutlich zugelegt. Der japanische Nikkei 225 legte in den zwei Stunden nach Handelsstart um 5,3 Prozent zu, der südkoreanische Kospi stieg zum selben Zeitpunkt um fünf Prozent. Auch in China und Hongkong gingen die Kurse nach oben.

Bericht: Trump droht Iran mit erneuten Angriffen, falls Verhandlungen scheitern

US-Präsident Donald Trump hat in einem Telefonat mit der New York Times erklärt, das Abkommen mit Iran werde sicherstellen, dass die Straße von Hormus „dauerhaft mautfrei“ bleibe. Zugleich erklärt er, bei einem Scheitern eines endgültigen Atomabkommens mit Teheran werde er militärische Angriffe wieder aufnehmen oder die USA gegen 20 Prozent der Einnahmen zum „Beschützer des Nahen Ostens“ machen. Am Freitag sollen Gespräche über ein endgültiges Abkommen am Freitag in der Schweiz beginnen.

Trump lobt Chinas Präsident Xi Jinping und Russlands Präsident Wladimir Putin für ihre Hilfe bei der Einigung. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu greift er hingegen an. Trump sagt: „Er ist ein sehr schwieriger Typ“, und fügt hinzu, Netanjahu solle den USA dankbar sein.

Wenn Iran eine Atomwaffe hätte, würde Israel keine zwei Stunden weiter existieren.

US-Präsident Donald Trump

Merz: Abkommen mit Iran muss „zielstrebig“ umgesetzt werden 

Bundeskanzler Friedrich Merz hat die Einigung zwischen den USA und Iran als wichtigen Schritt hin zu einem Ende des Kriegs begrüßt. Er fordert eine „zielstrebige“ Umsetzung des Abkommens. Die Straße von Hormus müsse dauerhaft und uneingeschränkt für die freie Schifffahrt geöffnet werden, erklärt Merz. Weitere Verhandlungen müssten sicherstellen, dass Iran sein militärisches Nuklearprogramm nachprüfbar beendet. 

Zudem dürfe es keine weiteren Angriffe gegen Israel und andere Nachbarn in der Region geben. Merz gratuliert beiden Seiten zu einem „diplomatischen Durchbruch“ und erklärt, das Abkommen könne den Weg zu einer Erholung der Weltwirtschaft und zu einer Stabilisierung des Nahen Ostens ebnen.

Die E4-Staaten Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien begrüßen ebenfalls den Schritt zu einem Frieden. In einer gemeinsamen Erklärung der vier Länder heißt es, Iran dürfe niemals in den Besitz einer Atomwaffe gelangen. Die Staaten erklären sich bereit, Sanktionen aufzuheben, wenn Teheran klare und überprüfbare Schritte bei seinem Atomprogramm unternimmt. Außerdem bekräftigen sie ihre Unterstützung für die territoriale Unversehrtheit Libanons.

Letztlich seien die europäischen Staaten „entschlossen“, die Öffnung der Straße von Hormus zu unterstützen. Das umfasse auch „eine rein defensiv ausgerichtete, unabhängige Mission, um die Handelsschifffahrt zu ermutigen und Minenräumung durchzuführen“.

Straße von Hormus soll erst am Freitag geöffnet werden

Die iranische Nachrichtenagentur Mehr hat Details eines 14-Punkte-Entwurfs für ein Abkommen zwischen den USA und Iran veröffentlicht. Innerhalb von 30 Tagen sollen die US-Seeblockade aufgehoben und die Straße von Hormus wieder geöffnet werden.

Zunächst schrieb Präsident Trump via Truth Social, die Öltanker sollen schon mal ihre Motoren starten. Minuten später rudert er zurück: Die USA müsse zunächst Minen aus der Meerenge entfernen. Laut Trump soll die Route erst kommenden Freitag nach formeller Unterzeichnung des Abkommens geöffnet werden. Die iranische Nachrichtenagentur Tasmin bestätigt dies.

Als Teil des Abkommens sollen laut iranischen Berichten außerdem Sanktionen gegen iranische Ölverkäufe ausgesetzt werden. Eingefrorene iranische Gelder in Höhe von 24 Milliarden Dollar sollen freigegeben werden. 60 Tage wollen beide Seiten über Nuklearfragen und eine vollständige Aufhebung der Sanktionen verhandeln. Das iranische Raketenprogramm und die Unterstützung von Widerstandsgruppen sollen demnach nicht Teil der Gespräche sein. 

Zudem müssen die USA und ihre Verbündeten Wiederaufbaupläne für Iran mit einem Volumen von mindestens 300 Milliarden Dollar vorlegen. Ein endgültiges Abkommen soll laut Bericht durch eine Resolution des UN-Sicherheitsrates gebilligt werden.

Iran: Friedensabkommen soll auch für Libanon gelten – wie reagiert Israel?

Das Rahmenabkommen zwischen den USA und Iran ist ein echter Durchbruch nach wochenlangen Verhandlungen. Die Vereinbarung gilt als Zwischenschritt, weitere zentrale Fragen wie der Atomstreit sollen erst in weiteren Gesprächen geklärt werden. Eine zentrale Forderung Teherans für die dauerhafte Einigung mit Washington ist ein Ende militärischer Handlungen an allen Fronten, auch in Libanon. Wie nachhaltig das Friedensabkommen ist, dürfte also auch von der Reaktion aus Israel abhängen.

In den vergangenen Stunden geriet der Deal beinahe erneut ins Wanken, nachdem sich Israel und die libanesische Hisbollah gegenseitig beschossen haben. Auf eine Hisbollah-Attacke im Norden Israels folgte ein israelischer Gegenangriff bei Beirut. Trump mahnte daraufhin Israel und forderte alle Seiten zur Zurückhaltung auf. Israel hatte am Wochenende erklärt, es sei an einem Abkommen zwischen ​den USA und Iran nicht beteiligt. Der Sender Fox News zitierte einen an den Gesprächen beteiligten Diplomaten mit der Einschätzung, Israel versuche, ‌die Bemühungen um eine Einigung zu sabotieren. 

Iran ‌fordert nun einen israelischen Rückzug aus dem ‌Südlibanon. Sonst behalte man sich offen, mit Vergeltungsschlägen zu reagieren. Dies beziehe ​sich auf den israelischen Angriff auf die südlichen Vororte von Beirut, erklärt der iranische Vize-Außenminister Kasem ​Gharibabadi.

Lilith Volkert

USA und Iran vereinbaren Friedensabkommen

Die USA und Iran haben sich auf ein Abkommen geeinigt. „Nach intensiven Gesprächen freuen wir uns, bekanntgeben zu können, dass das Friedensabkommen zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Islamischen Republik Iran erzielt wurde“, schreibt Pakistans Ministerpräsident Shehbaz Sharif auf der Plattform X. Die offizielle Unterzeichnungszeremonie soll am Freitag in der Schweiz stattfinden. Beide Seiten hätten die sofortige und endgültige Einstellung der Militäroperationen an allen Fronten, einschließlich in Libanon, erklärt. Angaben zu den Bedingungen machte er nicht. 

Kurz nach dem Vermittler Pakistan bestätigte US-Präsident Donald Trump die Einigung auf ein Abkommen mit Iran. Er genehmige hiermit die Öffnung der Straße von Hormus und ordne gleichzeitig die sofortige Aufhebung der US-Seeblockade gegen iranische Häfen an, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. „Schiffe der Welt, startet eure Motoren! Lasst das Öl fließen!“ 

Um Mitternacht deutscher Zeit kündigt auch Iran ein sofortiges und dauerhaftes Ende des Krieges und der Militäreinsätze an verschiedenen Fronten an. Das gelte auch für Libanon, erklärt der iranische Vize-Außenminister. Zudem beginne die Aufhebung der US-Seeblockade gegen die Islamische Republik, meldet die Nachrichtenagentur Tasnim. Die Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen sollen in einem Zeitraum von 60 Tagen stattfinden, erklärt er weiter. Sollte die Gegenseite gegen Vereinbarungen verstoßen, werde Iran eigene Maßnahmen ergreifen. 

Annette Reuther

Irans Präsident verteidigt Verhandlungsteam gegen Kritiker im Land 

Der iranische Präsident Massud Peseschkian hat das iranische Verhandlungsteam gegen die Kritik einiger Hardliner‑Gruppen in Schutz genommen. „Die Mitglieder als Vaterlandsverräter zu bezeichnen, ist schlicht unfair und gegen die nationalen Interessen des Landes“, sagte der Präsident. Bei nächtlichen Versammlungen in der Hauptstadt Teheran und anderen Städten war es am Samstagabend zu heftigen Protesten und Parolen gegen die beiden Hauptakteure des iranischen Verhandlungsteams, Chefunterhändler Mohammed Bagher Ghalibaf und Außenminister Abbas Araghtschi, gekommen. „Ihr solltet euch schämen“ und „Tod den Kompromissmachern“ gehörten zu den zentralen Rufen der Kundgebungen.

Lilith Volkert

Trump ermahnt Israel nach Angriff in Libanon 

US-Präsident Donald Trump hat den Gegenangriff Israels in Libanon verurteilt. Der Angriff bei Beirut hätte nicht stattfinden dürfen, „insbesondere an einem besonderen Tag, an dem wir einem Friedensabkommen mit Iran so nahe sind“, schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social. Israel habe das Recht, sich gegen Bedrohungen zu verteidigen, so Trump, jedoch sei die Attacke, auf die das Land reagiert habe, bedeutungslos gewesen – niemand sei getötet oder verletzt worden. 

Trump rief zugleich alle Seiten auf, sich zurückzuhalten. Man stehe kurz davor, ein Abkommen mit Iran zu schließen, das Frieden für die Region – Libanon eingeschlossen – bringen würde. Es solle keine Angriffe Israels mehr irgendwo in Libanon geben, schrieb der US-Präsident weiter, und es solle auch keine Angriffe anderer Parteien, einschließlich der Hisbollah, gegen Israel mehr geben. Eigentlich hatte Trump eine Unterzeichnung eines Rahmenabkommens für diesen Sonntag, an dem er selbst seinen 80. Geburtstag feiert, in Aussicht gestellt. 

Philipp Saul

Iran zweifelt diplomatischen Weg mit USA an und droht Israel

Angeblich stehen Iran und die USA kurz vor einer Einigung, doch noch ist es nicht so weit. Und nach israelischen Angriffen auf Beiruter Vororte stellt Iran einen Deal zur Beendigung des Kriegs infrage. „Wenn Ihr (die USA, Anmerkung der Redaktion) weder den Willen noch die Fähigkeit habt, Euren Verpflichtungen nachzukommen, dann kann man den diplomatischen Weg auch nicht fortsetzen“, schrieb Parlamentspräsident und Chefunterhändler Mohammed Bagher Ghalibaf auf der Plattform X. 

Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) drohten Israel mit Gegenschlägen. „Es besteht kein Zweifel, dass diese Verbrechen nicht unbeantwortet bleiben werden“, sagte ein IRGC‑Sprecher im iranischen Staatssender Irib. Die Hauptbedingung für Iran bei der Einigung mit den USA ist ein Ende der militärischen Operationen an allen Fronten, auch in Libanon. Teheran hat mehrfach betont, dass Iran ohne die Verwirklichung dieser Forderung nicht bereit sei, den weiteren diplomatischen Prozess fortzusetzen.

Das israelische Außenministerium bezichtigte Iran als Reaktion auf Ghalibafs X-Post der Lüge. „Es ist Irans Stellvertreter, die Hisbollah, die Israel heute Morgen wieder angegriffen hat, vollkommen unprovoziert“, hieß es in einem X-Post des Ministeriums. Die Hisbollah schieße ständig auf israelische Zivilisten. Israel werde Angriffe auf sein Territorium nicht dulden.

Tobias Bug

Iran: US-Sanktionen sollen im Gegenzug für Atom-Zugeständnisse fallen

Der Entwurf ​für ein Friedensabkommen mit den USA beinhaltet nach Angaben eines iranischen Regierungsvertreters unter anderem das iranische Atomprogramm, die Öffnung der Straße von Hormus und die Aufhebung von ​Sanktionen. Demnach soll Iran umgehend die für die Energieversorgung so wichtige Meerenge ⁠wieder für alle Handelsschiffe öffnen, während die USA die Seeblockade gegen iranische Häfen aufheben sollten, sagte der Regierungsvertreter ​der Nachrichtenagentur Reuters.

Vorgesehen sei auch ein Aussetzen ‌der US-Ölsanktionen, die Freigabe von eingefrorenen Geldern ‌und eine Begrenzung des iranischen Atomprogramms. Eine endgültige Einigung solle dann nach der Zustimmung ​beider Seiten ​zu dem Entwurf innerhalb von 60 Tagen ausgehandelt werden.

Den Angaben zufolge ​verpflichtet sich die Regierung in Teheran, weder Atomwaffen herzustellen noch zu erwerben, sondern den Status quo ihres Atomprogramms beizubehalten. Dazu gehöre ‌der Verzicht auf Uran-Anreicherung und auf den Ausbau von Atomanlagen. Im Gegenzug sollen die USA ‌den Angaben nach ‌die Ölsanktionen für einen bestimmten Zeitraum aussetzen, 25 Milliarden ​Dollar an eingefrorenen iranischen Vermögenswerten freigeben und bis zu einer endgültigen Einigung ​keine neuen Sanktionen verhängen.

Tobias Bug

Israel greift nach Hisbollah-Attacke Vororte Beiruts an

Nach Angriffen der libanesischen Hisbollah-Miliz auf den Norden Israels hat die israelische Luftwaffe erneut Ziele in Vororten von Beirut angegriffen. Es seien „Terrorziele“ der Hisbollah in den als Dahija bekannten südlichen Vororten der libanesischen Hauptstadt beschossen worden, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und des Verteidigungsministers Israel Katz. „Der Angriff erfolgte als Reaktion auf den Beschuss israelischen Territoriums durch die Hisbollah.“

Nach libanesischen Angaben wurde mindestens ein Mensch getötet. Die israelische Armee teilte mit, es sei ein Kommandozentrum der Hisbollah in Beirut angegriffen worden. Es seien Schritte unternommen worden, um mögliche Schäden für Zivilisten zu minimieren, einschließlich des Einsatzes von präziser Munition und Luftaufklärung.
Die libanesische Staatsagentur NNA berichtete von mindestens einem Todesopfer und vier Verletzten. Augenzeugen sagten, in dem getroffenen Gebäude habe die Hisbollah ein Büro gehabt.

Arabische Fernsehsender zeigten Bilder eines Luftangriffs in dem Gebiet. Dabei stiegen hohe Rauchwolken auf. Anwohner berichteten örtlichen Medien zufolge von mindestens zwei Explosionen. Es gab zunächst keine Informationen zu möglichen Opfern.

Tobias Bug

Cyber-Angriff auf staatliche Banken in Iran

Nach einem Cyberangriff auf mehrere staatliche Banken in Iran sind elektronische Dienstleistungen massiv gestört worden. Online-Zahlungen fielen zeitweise vollständig aus. Der Banken-Koordinationsrat des Landes bestätigte laut dem Wirtschaftsportal Eghtesad-News die Vorfälle. Das Problem sei inzwischen aber behoben und der Onlineverkehr wieder normalisiert.

In Teheran berichteten zahlreiche Augenzeugen, dass in Supermärkten, Restaurants und auch an Tankstellen plötzlich keine Online-Zahlungen mehr möglich waren. Viele Beträge wurden daraufhin notiert, um sie später zu begleichen. Betroffen waren insbesondere vier große staatliche Banken und zahlreiche Geldautomaten in der Hauptstadt.

Eine iranische Hackergruppe hatte bereits am Samstag einen Angriff angekündigt. „Ein stiller Krieg entfaltet sich und Iran steht unter Cyberangriff“, erklärte die Gruppe „Black Wolves“ auf ihrem Telegram-Kanal. Die Hackerangriffe gelten als Form des digitalen Protests gegen das islamische System in Iran. Bereits 2022 hatte es während der Frauenproteste einen massiven Angriff auf die iranische Zentralbank gegeben. Auch die Überwachungskameras des berüchtigten Ewin-Gefängnisses in Teheran wurden damals gehackt und Aufnahmen veröffentlicht, die gewalttätige Übergriffe von Wachpersonal auf politische Gefangene zeigten.

Tobias Bug

Hisbollah beschießt Israels Norden mit Sprengstoff-Drohnen

Die libanesische Hisbollah-Miliz hat nach israelischen Angaben erneut den Norden Israels mit Sprengstoff-Drohnen angegriffen. Das israelische Militär teilte mit, es habe zwei Einschläge auf israelischem Gebiet nahe der Grenze zu Libanon gegeben. Niemand sei verletzt worden. Zuvor hatten in mehreren Orten an der Nordgrenze Warnsirenen geheult. Das israelische Nachrichtenportal Ynet berichtete, eine Drohne sei im Bereich des Grenzorts Schlomi eingeschlagen. Von der Hisbollah gab es zunächst keine Reaktion.

Der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich schrieb dazu in einem Post auf der Plattform X, der Angriff sei ein Test der „Dahija-Doktrin“, die Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärt habe. Diese Militärstrategie wurde im Libanonkrieg 2006 entwickelt und basiert auf der asymmetrischen Kriegsführung gegen nichtstaatliche Akteure. Sie ist nach den südlichen Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut benannt, die als Hochburg der proiranischen Hisbollah-Miliz gelten. Dort leben auch viele Zivilisten. Vor einer Woche hatte Israel die Vororte als Reaktion auf Hisbollah-Raketenfeuer auf den Norden des Landes angegriffen. Daraufhin reagierte Iran mit Raketenangriffen auf Israels Norden.

Smotrich forderte von Netanjahu, „noch heute“ Gebäude in Dahija zu zerstören. „Wir befinden uns in entscheidenden Tagen für die Gestaltung der Region auf viele Jahre hinaus“, schrieb der rechtsextreme Minister. „Wir haben den Bewohnern des Nordens Sicherheit versprochen – und dieses Versprechen müssen wir einhalten.“

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