Krieg gegen den Iran: Israel greift zeitgleich Teheran und Beirut an

vor 1 Tag 4

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Hella Kemper

Der Überblick am Morgen 

  • Die US-Botschaft in Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad wurde in der Nacht nach Angaben der saudischen Regierung von zwei Drohnen getroffen. 
  • Die israelische Luftwaffe meldet zeitgleiche Angriffe auf Beirut und Teheran. Raketen trafen die iranische Hauptstadt und die Umgebung. 
  • Das US-Außenministerium hat den Abzug von nicht dringend benötigtem Botschaftspersonal und deren Familienangehörigen aus Bahrain, Jordanien und dem Irak angeordnet. Die US-Botschaft des Golfstaates Kuwait wurde "bis auf Weiteres" geschlossen. 
  • Der Reisekonzern Tui rechnet mit der Rückholung seiner im Nahen Osten festsitzenden Kunden binnen weniger Tage. Schon heute sollen Urlauber zurückgeholt werden. 
  • US-Präsident Donald Trump hat mit einer "praktisch unbegrenzten Vorratsmenge" an Munition gedroht. 
  • Die iranische Revolutionsgarde will den Ölpreis auf 200 US-Dollar treiben. Ein General der Revolutionsgarde hat eine gezielte Ölblockade in der Straße von Hormus verkündet, um den Rohstoffmarkt zu stören. Der Iran werde jedes Schiff verbrennen, das die Meerenge zu passieren versuche. Zudem würde die Revolutionsgarde auch Ölpipelines angreifen "und nicht zulassen, dass auch nur ein Tropfen Öl die Region verlässt".
  • Laut US-Vizepräsident JD Vance geht es Präsident Donald Trump im Iran nicht in erster Linie um einen Machtwechsel. In einer "perfekten Welt" würden die USA es begrüßen, wenn jemand im Iran an die Macht käme, der bereit sei, mit den Vereinigten Staaten zusammenzuarbeiten, sagte Vance dem US-Sender Fox News. Trumps vorrangiges Ziel sei vielmehr, dass der Iran niemals in den Besitz einer Atomwaffe gelange. 
  • Der Krieg gegen den Iran wird nach den Worten des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu kein "endloser Krieg" werden. "Es kann einige Zeit dauern, aber es wird keine Jahre dauern", sagte Netanjahu. Die Angriffe auf den Iran seien notwendig gewesen, da das Land "neue Standorte, neue Anlagen und unterirdische Bunker" gebaut habe, wodurch "ihre Raketenprogramme und ihre Atombombenprogramme innerhalb weniger Monate unangreifbar" gewesen wären.
  • Iranische Drohnen haben nach Angaben Australiens einen australischen Militärstützpunkt in den Vereinigten Arabischen Emiraten angegriffen. Die Drohnen hätten in der ersten Nacht des Kriegs die Luftwaffenbasis Al Minhad getroffen – einen Logistikstützpunkt für Australiens Einsätze im Nahen Osten in der Nähe von Dubai. 

Claudia Thaler

China fordert Ende der Angriffe

China hat erneut zu einem Ende der Angriffe auf den Iran aufgerufen. Eine weitere Ausbreitung des Krieges müsse verhindert werden, teilte das Außenministerium in Peking mit. Die Regierung mahnt eine Rückkehr zum Dialog an. China werde weiterhin eine konstruktive Rolle bei den Friedensbemühungen spielen.

Claudia Thaler

Israelische Armee im Süden des Libanon im Einsatz

Das israelische Militär ist nach eigenen Angaben im Süden des Libanon gegen die militant-islamistische Hisbollah-Miliz im Einsatz. Die Soldaten seien an mehreren Orten nahe der Grenze zwischen dem Libanon und Israel stationiert, teilte das Militär mit. Ziel des Einsatzes sei es, die Sicherheit für Einwohnerinnen und Einwohner im Norden Israels in der Nähe der Grenze zu erhöhen. Es gebe derzeit keine Pläne, um Israelis aus den Grenzgebieten in Sicherheit zu bringen.

Claudia Thaler

Ölpreise steigen weiter

Die Furcht vor Lieferausfällen aus den Förderländern im ​Nahen Osten treibt die Ölpreise weiter an. Die Rohölsorte Brent verteuert sich um bis zu 3,5 Prozent auf 80,45 Dollar je Barrel. US-Öl WTI notiert bis zu 3,0 Prozent höher bei 73,38 Dollar je ​Barrel. Seit Montag haben beide Ölsorten zwischen acht ⁠und neun Prozent zugelegt. Zum Wochenauftakt war der Preis ​für die Sorte Brent zeitweise auf bis zu 82,37 Dollar geschnellt und hatte damit den höchsten ‌Stand ⁠seit Januar 2025 erreicht. 

Etwa 20 Prozent ⁠des weltweiten Öl- und Gasaufkommens ​werden durch die strategisch wichtige Straße von Hormus transportiert, die der Iran für geschlossen erklärt hat. Analysten gehen davon aus, dass die Ölpreise in den kommenden ​Tagen hoch bleiben werden. Das Analysehaus Bernstein hob seine Preisprognose für Brent-Öl von 65 auf 80 Dollar je Barrel an. Im Extremfall eines länger andauernden ‌Konflikts sei jedoch auch ein Preis von 120 bis 150 Dollar möglich.

Auch die Preise für Ölprodukte wie Diesel und Benzin zogen an, da ⁠der Nahe Osten ​ein wichtiger Lieferant ist und die Verarbeitungsanlagen gefährdet ‌sind. Am Montag hatte Saudi-Arabien nach einem Drohnenangriff seine größte Raffinerie im Inland geschlossen. 

Hella Kemper

Tui will schon heute Urlauber aus dem Nahen Osten holen

Der Reisekonzern Tui rechnet mit der Rückholung seiner im Nahen Osten festsitzenden Kunden binnen weniger Tage. Geplant sei, die Urlauber mit Partner-Airlines wie Emirates, Qatar Airways und Etihad nach Deutschland zurückzubringen, sagte Vorstandschef Sebastian Ebel auf n-tv. Eine konkrete Zahl nannte er nicht. "Wir gehen aktuell davon aus, dass wir die ersten Flüge mit diesen Unternehmen und unseren Gästen heute durchführen können", sagte Ebel.

Erste Flüge sollten nach München gehen. Zudem stünden eigene Flugzeuge von Tui Fly bereit. Diese seien "Stand-by, sobald wir die Erlaubnis bekommen, dorthin zu fliegen und Kunden auch möglichst zügig abzuholen". Wie schnell die Rückholung abgeschlossen werden könne, hänge von der Sicherheitslage ab. Er gehe jedoch davon aus, dass es "etwas ist, was einige Tage dauern wird".

Hella Kemper

USA beginnt mit Abzug von Personal in Bahrain und Jordanien

Das US-Außenministerium hat den Abzug von nicht dringend benötigtem Botschaftspersonal und deren Familienangehörigen aus Bahrain, Jordanien und dem Irak angeordnet. Die Anweisung sei "aufgrund von Sicherheitsrisiken" erfolgt, hieß es in der Onlinemitteilung des Außenministeriums.

Die US-Botschaft des Golfstaates Kuwait wurde "bis auf Weiteres" geschlossen. "Aufgrund der anhaltenden Spannungen in der Region" seien alle Konsulatstermine in Kuwait abgesagt worden, die Botschaft bleibe vorerst geschlossen, teilte die US-Botschaft in Kuwait mit. Das Botschaftsgebäude war zuvor bei einem Drohnenangriff direkt getroffen worden. 

Hella Kemper

Israel meldet zeitgleiche Luftangriffe auf Teheran und Beirut 

Die israelische Luftwaffe hat nach eigenen Angaben zeitgleiche Angriffe auf Beirut und Teheran geflogen. Sie habe "gezielte Angriffe auf militärische Ziele des iranischen Terrorregimes und der Terrororganisation Hisbollah begonnen", teilten die israelischen Streitkräfte mit. 

Raketen trafen die iranische Hauptstadt und die Umgebung. Am Rand der östlichen Pendlerstadt Pardis schlugen rund ein Dutzend Raketen ein, wie iranische Medien berichteten. Anwohner sprachen von zitternden Fenstern, in sozialen Medien kursieren Bilder von Rauchschwaden. Videoaufnahmen der Nachrichtenagentur AFP zeigen eine große Rauchwolke, die über der libanesischen Hauptstadt Beirut aufsteigt.

In der Nacht zum Dienstag hatte das israelische Militär mitgeteilt, den Sitz des iranischen Staatsrundfunks Irib im Norden der iranischen Hauptstadt Teheran "angegriffen und zerstört" zu haben. Kurz zuvor hatte das israelische Militär zur Evakuierung des Gebietes aufgerufen.

Claudia Thaler

US-Botschafter spricht von "sehr limitierten Optionen" für Ausreise

Die US-Botschaft in Israel sieht aktuell nur wenige Möglichkeiten für eine sichere Ausreise ihrer Landsleute. Es gebe nur "sehr limitierte Optionen", um Israel zu verlassen, schrieb der US-Botschafter Mike Huckabee auf X. Aktuell sei es für die Vertretung nicht möglich, US-Bürger bei der Ausreise direkt zu unterstützen. 

Wer ausreisen möchte, sollte dies in Richtung Ägypten mit Bussen versuchen, die von der israelischen Regierung organisiert werden. Von Taba an der israelischen Grenze oder auch von Kairo aus könnten die Bürger dann weiterfliegen. Huckabee betonte, dass eine Ausreise über Jordanien nicht empfohlen werde.

Hella Kemper

US-Republikaner Johnson rechtfertigt Krieg gegen den Iran

Zur Begründung für den Angriff auf den Iran rücken führende US-Republikaner zunehmend Israel in den Fokus. "Israel war entschlossen, zu seiner eigenen Verteidigung zu handeln, mit oder ohne amerikanische Unterstützung", sagte der Sprecher des US-Repräsentantenhauses, Mike Johnson.

Die US-Regierung habe wegen Israels Entschlossenheit zum Angriff eine schwierige Entscheidung treffen müssen. Er sei überzeugt, dass die US-Regierung das Richtige getan habe. "Das Ziel war nicht ein Regimewechsel", sagte Johnson. Vielmehr stünden die Zerstörung des Raketenprogramms sowie der Marine des Iran im Fokus.

Claudia Thaler

Trump droht mit "praktisch unbegrenzter Vorratsmenge" an Munition

US-Präsident Donald Trump hat im Zuge der Angriffe auf den Iran vor einer "praktisch unbegrenzten Vorratsmenge" an Munition gedroht. "Die Munitionsbestände der Vereinigten Staaten auf mittlerem und gehobenem Niveau waren noch nie so hoch oder in so gutem Zustand – wie mir heute gesagt wurde, haben wir eine praktisch unbegrenzte Versorgung mit diesen Waffen", schrieb der Präsident auf seiner Plattform Truth Social. Kriege könnten damit "auf ewig" und sehr erfolgreich geführt werden.

Außerdem seien "zusätzliche hochwertige Waffen" für die USA in anderen Ländern gelagert, schrieb Trump. In Bezug auf den Bestand von Hochleistungswaffen seien die USA jedoch "noch nicht da, wo wir sein wollen". Seinem Vorgänger Joe Biden warf Trump vor, einen Großteil der Waffen höchster Klasse an die Ukraine abgegeben zu haben. 

Sein Beitrag erscheint, während Analysten zunehmend Bedenken über die Menge an Munition äußern, die den USA im laufenden Einsatz – insbesondere bei Luftabwehrraketen – zur Verfügung steht.

Claudia Thaler

USA greifen weitere Kommandozentralen an

Die US-Streitkräfte haben im Iran eigenen Angaben nach weitere militärische Infrastruktur ins Visier genommen. Zerstört worden seien Kommando- und Kontrollzentren der iranischen Revolutionsgarde, iranische Luftabwehrkapazitäten, Raketen- und Drohnenabschussbasen sowie Militärflugplätze, wie das für die Region zuständige US-Kommando im Nahen Osten (Centcom) auf X mitteilte. "Wir werden weiterhin entschlossen gegen unmittelbare Bedrohungen durch das iranische Regime vorgehen", hieß es. 

Claudia Thaler

Australien meldet iranischen Drohnenangriff auf Militärstützpunkt bei Dubai

Iranische Drohnen haben nach Angaben Australiens einen australischen Militärstützpunkt in den Vereinigten Arabischen Emiraten angegriffen. Verletzte habe es jedoch nicht gegeben, teilte Australiens Verteidigungsminister Richard Marles mit. Die Drohnen hätten in der ersten Nacht des Kriegs die Luftwaffenbasis Al Minhad getroffen – ein Logistikstützpunkt für Australiens Einsätze im Nahen Osten in der Nähe von Dubai. Die Nachrichtenagentur AP meldete, dass in der Nähe von Al Minhad mehrere Explosionen sowie zahlreiche Luftabwehreinsätze beobachtet wurden.

"Wir haben eine Reihe Australier, die von einem Hauptquartier aus im Einsatz sind, das wir seit vielen, vielen Jahren in Al Minhad haben", sagte Marles dem Fernsehsender Seven Network. "Sie sind alle wohlbehalten und sicher. Insgesamt haben wir über 100 aktive Angehörige in verschiedenen Ländern des Nahen Ostens, die meisten aber in den Vereinigten Arabischen Emiraten, und diese Basis ist für uns sehr wichtig."

Verena Hölzl

Kiesewetter für Beteiligung Deutschlands am Irankrieg

Nach Ansicht des CDU-Außenpolitikers Roderich Kiesewetter sollte Deutschland die USA und Israel bei den Angriffen im Iran "vollumfänglich und aktiv unterstützen". Deutschland habe zwar nur sehr begrenzte Fähigkeiten und Mittel; "aber in Absprache mit unseren Partnern können wir als Europa schon mehr leisten, wenn wir den Willen dafür haben", sagte Kiesewetter der Augsburger Allgemeinen. Man solle "nichts ausschließen".

Für den Iran sei auch Deutschland Kriegsziel. "Es wäre deshalb geostrategisch klug, wenn wir weitere Maßnahmen in Erwägung ziehen", sagte Kiesewetter. Als Beispiele nannte er militärische Hilfe durch Luftbetankung und medizinische Versorgung sowie Aufklärung, aber auch "konkrete Beteiligung an Luftverteidigung bis hin zu offensiven Maßnahmen zur Störung und Bekämpfung militärischer Infrastruktur des iranischen Regimes".

Verena Hölzl

Netanjahu schließt "endlosen Krieg" aus

Der Krieg gegen den Iran wird nach den Worten des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu kein "endloser Krieg" werden. "Es kann einige Zeit dauern, aber es wird keine Jahre dauern", sagte Netanjahu mit dem US-Sender Fox News. Der Einsatz werde "eine schnelle und entschlossene Aktion" sein.

Netanjahu sagte zudem, die Angriffe auf den Iran seien notwendig gewesen, da das Land "neue Standorte, neue Anlagen und unterirdische Bunker" gebaut habe, wodurch "ihre Raketenprogramme und ihre Atombombenprogramme innerhalb weniger Monate unangreifbar" gewesen wären. "Wenn jetzt keine Maßnahmen ergriffen worden wären, hätte man in Zukunft keine Maßnahmen mehr ergreifen können."

Auf die Frage von Fox News, ob er US-Präsident Donald Trump in den Krieg "hineingezogen" habe, lachte der israelische Regierungschef und sagte, das sei "lächerlich". "Donald Trump ist der stärkste Anführer der Welt. Er tut das, was er für richtig für Amerika hält", sagte Netanjahu. 

Lisa Pausch

Machtwechsel im Iran hat laut Vance keine Priorität

Laut US-Vizepräsident JD Vance geht es Präsident Donald Trump im Iran nicht in erster Linie um einen Machtwechsel. In einer "perfekten Welt" würden die USA es begrüßen, wenn jemand im Iran an die Macht käme, der bereit sei, mit den Vereinigten Staaten zusammenzuarbeiten, sagte Vance dem US-Sender Fox News. Trumps vorrangiges Ziel sei vielmehr, dass der Iran niemals in den Besitz einer Atomwaffe gelange. Dafür sei es letztlich nebensächlich, was mit der Führung in Teheran passiere.

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