Städte und Landkreise sollen nach dem Willen der Bundesländer mehr Spielraum bei der Vergabe von Autokennzeichen bekommen. Der Bundesrat fasste dazu eine entsprechende Entschließung. Auf Initiative des Landes Hessen wird die Bundesregierung aufgefordert zu ermöglichen, dass zusätzliche Kennzeichen in einem Zulassungsbezirk ohne die bisher geltenden Beschränkungen vergeben werden können.
Nach den Worten des hessischen Wirtschafts- und Verkehrsministers Kaweh Mansoori (SPD) sollen die Kommunen bei der erweiterten Ausgabe von Nummernschildern pragmatischer vorgehen können. Sie könnten dadurch auch »mehr Identität über ihre Kennzeichen« schaffen, sagte Mansoori im Bundesrat. Für viele sei ihr Autokennzeichen mehr als eine Buchstabenkombination. »Sie steht für die Verbundenheit der Menschen mit ihrer Stadt.« Schon die Wiedereinführung von Altkennzeichen habe gezeigt, dass dies funktioniert.
Für viele Autofahrerinnen und -fahrer sei das Heimatkennzeichen Ausdruck von regionalem Stolz im Alltag, argumentiert das Land Hessen weiter – sichtbar im ganzen Straßenverkehr. Durch die Liberalisierung der Kfz-Kennzeichen könne ohne großen Verwaltungsaufwand mehr regionale Verortung, eine Identitätsstärkung sowie eine höhere überregionale Sichtbarkeit von Städten und Gemeinden erreicht werden.
WAT in Bochum, MUC statt M
Landkreise und kreisfreie Städte dürfen seit 2012 neue Buchstabenkombinationen auf den Nummernschildern zulassen, statt nur eines einheitlichen Kennzeichens. Dafür gelten jedoch Bedingungen: So muss ein neuer, selbstständiger Kfz-Zulassungsbezirk gegründet werden.
In der Regel werden nur alte Kürzel wieder eingeführt, die früher bei Gebietsreformen wie einer Zusammenlegung von Landkreisen oder der Eingemeindung von Städten abgeschafft wurden – etwa ECK im Kreis Rendsburg-Eckernförde oder WAT für den Bochumer Stadtbezirk Wattenscheid. Ausnahmen sind möglich, wenn so viele Fahrzeuge in einem Bezirk zugelassen sind, dass die Kombinationsmöglichkeiten knapp werden. Das kann vor allem bei E-Autos passieren, die mit der Endung E am Ende des Nummernschilds eines von maximal acht Zeichen schon belegt haben. Deswegen führte die Stadt München MUC als neues Kennzeichen neben dem üblichen M ein. Wolfsburg hat außer WOB auch WBG registriert, aber noch keine solchen Kennzeichen vergeben.

vor 7 Stunden
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