Der ehemalige kanadische Premierminister Justin Trudeau hat sich Ärger mit seinen Landsleuten eingehandelt. Schuld war der König Fußball mit seinen politischen Fallstricken.
Trudeaus Entscheidung, am Freitag nach Los Angeles zu fahren und dort an der Seite seine Partnerin Katy Perry dem Spiel der USA gegen Paraguay (4:1) beizuwohnen, stieß auf wenig Gegenliebe in seiner Heimat. Der Grund: Die kanadische Nationalmannschaft musste am selben Tag in Toronto gegen Bosnien-Herzegowina (1:1) antreten.
»Ein Schlag ins Gesicht dieses Landes«
Der Politiker hätte zuhause bleiben und dort im Stadion den Kanadiern die Daumen drücken müssen, war der Tenor in den sozialen Netzwerken. Ein X-Nutzer aus Toronto nannte Trudeaus Entscheidung »einen Schlag ins Gesicht dieses Landes. Geschmacklos ist noch milde ausgedrückt«. Andere bezeichneten Trudeau gar als »Verräter« und »Betrüger«. Doch es waren auch mildere Töne zu hören: Trudeau sei als Privatmann gereist, man solle ihn doch bitte in Ruhe lassen, schrieb ein X-User.
Er sei nur seiner »Boyfriend-Pflicht« nachgekommen, rechtfertigte sich Trudeau am frühen Sonntagmorgen auf der Plattform X. »Manchmal rufen die Pflichten eines unterstützenden Freundes. Aber ihr wisst ja, wem ich den Pokal gönne«, schrieb er in den sozialen Medien und fügte ein kanadisches Flaggen-Emoji hinzu.
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Trudeaus Partnerin, Pop-Superstar Katy Perry, war für einen Auftritt im SoFi Stadium in Los Angeles verpflichtet worden. Sie trug zur Eröffnung des ersten WM-Spiels in den USA ihren wenig bekannten Song »Wonder« aus ihrem 2024 erschienenen Album »143« vor. Neben Perry traten auch internationale Künstlerinnen wie Tyla aus Südafrika und die Brasilianerin Anitta auf.
Die Eröffnungsspiele in Toronto und Los Angeles fanden im Abstand von wenigen Stunden statt. Kameras fingen ein, wie Perry von der Bühne lief, um den ehemaligen kanadischen Regierungschef mit einem Kuss zu begrüßen. Während des gesamten Spiels waren die beiden in Fernsehclips zu sehen, wie sie Bier tranken und auf der Tribüne knutschten.
Kanadas Ex-Premierminister Trudeau war während seiner Amtszeit immer wieder mit US-Präsident Donald Trump aneinandergeraten. Im Zollstreit zwischen den USA und Kanada hatte der Trump seinen Amtskollegen als »Gouverneur« bezeichnet – und damit auf eine mögliche Annexion des kanadischen Staatsgebietes angespielt.
Keine Fans von Trump
Katy Perry hatte sich in der Vergangenheit klar gegen Donald Trumps Einwanderungspolitik positioniert. Nach dem Tod von Alex Pretti während eines Zusammenstoßes mit der US-Grenzschutzbehörde ICE rief die Sängerin bei Instagram dazu auf, »Wut in Taten zu verwandeln«.
Die Verhaftungen von US-Bürgern und Migranten sowie Angriffe auf friedliche Demonstranten seien nicht mehr zu ertragen, erklärte Perry und postete Handreichungen für Beschwerdeschreiben an US-Senatoren.
Trudeau und Perry werden seit Juli 2025 miteinander in Verbindung gebracht. Im Dezember hatten sie ihre Beziehung mit einem Instagram-Post offiziell gemacht.
Trudeau war 18 Jahre lang mit der Fernsehmoderatorin Sophie Grégoire verheiratet, 2023 gab das Paar seine Trennung bekannt. Sie haben drei Kinder. Perry war von 2010 bis 2012 mit dem englischen Komiker Russell Brand verheiratet.

vor 2 Stunden
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