Das deutsche Raumfahrtunternehmen Isar Aerospace musste den zweiten Start seiner Spectrum-Rakete erneut verschieben. Dieser hätte am 15. Juni stattfinden sollen.
Das Startfenster für die Spectrum-Rakete, die vom Startplatz Andøya in Norwegen aus abheben sollte, öffnete sich um 22 Uhr am gestrigen Montag. Kurz danach teilte das Unternehmen mit, dass „die Mission ‚Onward and Upward‘ abgeblasen“ sei.
Als Grund nannte Isar Aerospace ein technisches Problem: Die Flüssigkeitssysteme zeigten Abweichungen. „Die Teams analysieren die neuen Daten, um die Ursache zu finden.“ Einzelheiten wurden nicht genannt.
Es ist bereits die vierte Startverschiebung: Ursprünglich sollte die Spectrum bereits im Januar abheben. Dann wurden Termine im März und im April angesetzt. Im Januar und April verhinderten ebenfalls technische Probleme den Start. Im März war ein Fischerboot in der Sperrzone und löste einen Abbruch des Countdowns aus. Wegen eines dadurch ausgelösten technischen Problems konnte der Start nicht stattfinden.
Spectrum soll Cubesats in den Orbit bringen
Ziel der Mission mit der Bezeichnung „Onward and Upward“ ist, die wichtigen Systeme der Trägerrakete unter Betriebsbedingungen zu validieren, wie das Unternehmen Anfang des Jahres mitteilte. Daneben soll die Rakete als Nutzlast fünf Cubesats sowie ein Experiment mitnehmen.
Erstmals flog die Spectrum Ende März vergangenen Jahres. Der Flug dauerte nur etwa 30 Sekunden. Dennoch wertete das Unternehmen ihn als Erfolg: „Wir hatten einen sauberen Start, 30 Sekunden Flugzeit und konnten sogar unser Flugabbruchsystem validieren“, sagte Daniel Metzler, Chef und einer der Gründer von Isar Aerospace, damals.
Die zweistufige Spectrum soll künftig Satelliten, zivile und militärische, in eine niedrige Erdumlaufbahn (Low Earth Orbit, LEO) bringen. Das Unternehmen aus Ottobrunn bei München plant, im Jahr 40 Raketen zu bauen und zu starten. Nach eigenen Angaben verfügt es über Aufträge bis zum Jahr 2028 im Wert von mehreren Millionen Euro. Anfang des Monats konnte das Unternehmen in einer Serie-D-Finanzierungsrunde 270 Millionen Euro einwerben.
Isar Aerospace mit Sitz in Ottobrunn bei München ist eine Ausgründung der TU München und eines von drei deutschen Unternehmen, die eigene Raketen entwickeln. Die anderen sind die Rocket Factory Augsburg (RFA), eine Tochter des Satellitenherstellers OHB, und HyImpulse Technologies, eine Ausgründung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Sie haben aber noch keine Rakete an den Start gebracht.
(wpl)










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