Der Iran greift Golfstaaten mit Drohnen an, die auch Russland gegen die Ukraine einsetzt. Ihr Wissen will die Ukraine teilen – im Gegenzug für mehr Raketenabwehr.
Aktualisiert am 3. März 2026, 20:53 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, akm
Die Ukraine hat Staaten im Persischen Golf Hilfe bei der Abwehr iranischer Kampfdrohnen angeboten. Die Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), Katar, Bahrain und Kuwait waren zuletzt von Iran angegriffen worden. "Die ukrainische Expertise beim Schutz vor Schahed-Drohnen ist derzeit die größte in der Welt und eben die Schahed-Drohnen sind die größte Herausforderung dort", sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Videobotschaft.
Es sei klar, warum die Regierung in Kyjiw derart viele Anfragen erhalte. Um welche Länder es genau geht, sagte er nicht. Er habe zuvor aber mit dem Emir von Katar, Tamim bin Hamad Al Thani, und dem Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Mohammed bin Sajid, Telefonate geführt. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha sprach zudem mit seinem kuwaitischen Amtskollegen.
Selenskyj stellt Bedingungen
Die Shahed-136 ist eine vom Iran entwickelte Kamikaze-Drohne. Sie trägt Sprengstoff und zerstört sich beim Einschlag selbst. Bekannt wurde sie, weil der Iran die Technik offenbar an Russland weitergab. Dort wird sie als Geran-2 gebaut und in großer Zahl gegen die Ukraine eingesetzt.
Die Ukraine fordert für ihre Hilfe die Lieferung von Flugabwehrrakten. "Sprechen wir über die Waffen, die uns fehlen: PAC-3-Raketen", sagte Selenskyj ."Wenn sie uns diese liefern, liefern wir ihnen Abfangraketen." Selenskyj nannte das Angebot einen "fairen Tausch".
Zu den für die Verteidigung wichtigen PAC-3-Raketen sagte Selenskyj weiter, sie seien gegen Angriffe mit Hunderten Schahed-Drohnen kaum wirksam. Das Patriot-System, das diese Raketen abfeuert, schützt vor allem vor Kurzstreckenraketen, ist jedoch weniger effektiv gegen tief fliegende Drohnen.
Mögliche Entsendung ukrainischer Drohnenabwehrexperten
Selenskyj nannte allerdings auch Einschränkungen bei der Hilfe. "Aber jede solche Zusammenarbeit zum Schutz unserer Partner kann nur ohne Beeinträchtigung unseres eigenen Potenzials hier in der Ukraine erfolgen", sagte er. Selenskyj hatte bereits gegenüber Journalisten die Entsendung ukrainischer Drohnenabwehrexperten in die Golfstaaten in Aussicht gestellt. Bedingung sei aber eine Waffenruhe in der Ukraine.
Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion. Das russische Militär setzt dabei massenhaft die ursprünglich im Iran entwickelte Kampfdrohne ein. Die Ukraine erhielt wiederum von westlichen Partnern moderne Flugabwehrsysteme.

vor 22 Stunden
4









English (US) ·