Das teils brutale Vorgehen der Vertreter der US-Einwanderungs- und Abschiebebehörde ICE sorgt immer wieder für Schlagzeilen. Zwei Menschen starben allein in diesem Monat bei eskalierten Verkehrskontrollen (mehr hier). Gegen einen beteiligten ICE-Agenten gab es offenbar im Vorfeld Vorwürfe wegen häuslicher Gewalt.
Die Frage ist nun: Wie konnte er trotzdem an seinen Posten kommen? Das konnte auch Donald Trumps oberster Grenzschützer Tom Homan im Interview im US-Sender CNN nicht beantworten.
Ob so jemand für die ICE-Behörde arbeiten sollte, wurde er von Moderatorin Dana Bash gefragt. Homans Antwort: »Nein, wenn das die Fakten sind… dann hätte er niemals durch den Auswahlprozess kommen dürfen.« Nun müssten Fragen gestellt und intern beantwortet werden, so Homan: »Wie genau hat das Auswahlverfahren versagt? Waren diese Informationen nicht verfügbar? Wusste niemand davon?«
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Mitte Juli war in der Kleinstadt Biddeford im US-Bundesstaat Maine bei einer Aktion mit ICE-Beamten der ein Mensch getötet worden. Bei dem Opfer handelte es sich um den 25-jährigen Durán G. aus Kolumbien. Biddeford hat gut 21.000 Einwohner und liegt rund 24 Kilometer südlich von Portland sowie 145 Kilometer nördlich von Boston.
Seitdem haben sich zwei Ex-Frauen des mutmaßlich beteiligten Agenten David B. öffentlich geäußert . Sie beschuldigten ihn der häuslichen Gewalt und eines »klaren Musters der Misshandlung, Einschüchterung und Manipulation«. ICE hat sich bisher nicht zu dem Vorfall und den Vorwürfen geäußert. US-Medien berichten zudem , dass B. zwischenzeitlich der Besitz von Waffen untersagt worden sei. Auch das ist nicht bestätigt.
Auch in Houston fielen tödliche Schüsse
Kurz nach Trumps Amtsantritt hatte ICE massive Mitarbeiter angeworben, um den aus dem Weißen Haus geforderten harten Kurs gegen Einwanderer umsetzen zu können. Schon in der Vergangenheit waren Zweifel aufgekommen, ob angesichts des Personalbedarfs bei der Auswahl ausreichend ausgesiebt wurde.
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Der Fall in Maine war der zweite tödliche Vorfall dieser Art binnen weniger Tage. Zuvor hatte ein ICE-Beamter in Houston im Bundesstaat Texas einen mexikanischen Staatsbürger bei einer Verkehrskontrolle erschossen. Bei beiden Vorfällen liegen offenbar keine Aufnahmen von Körperkameras der ICE-Agenten vor. Homan hat die Nutzung dieser Aufnahmegeräte seitdem vorgeschrieben.
Zwischenzeitlich hatten die US-Behörden die umstrittenen Verkehrskontrollen, bei denen es immer wieder Eskalationen gibt, ausgesetzt. Das allerdings stieß im Weißen Haus auf wenig Begeisterung. Präsident Trump ordnete umgehend an, die Kontrollen wieder aufzunehmen (mehr dazu hier).
Schon wieder haben ICE-Beamte einen Menschen erschossen. Es war der zweite Todesfall in nur sieben Tagen. Donald Trumps Einwanderungspolitik geht buchstäblich über Leichen – und wird zum Thema im Kongresswahlkampf. Mehr dazu hier .

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