Vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg fällt vielen Wählerinnen und Wählern offenbar die Entscheidung schwer. Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa geben 22 Prozent der Befragten an, sich erst zu einem späteren Zeitpunkt endgültig festlegen zu wollen.
73 Prozent der Befragten erklärten, sie hätten sich schon abschließend entschieden, fünf Prozent antworteten mit »weiß nicht«. Für die repräsentative Umfrage befragte das Meinungsforschungsinstitut YouGov vom 25. Februar bis 3. März 1.010 Wahlberechtigte ab 16 Jahren in Baden-Württemberg. Die Fehlertoleranz liegt zwischen 1,3 und 3,1 Prozentpunkten.
In bestimmten Wählergruppen ist die Unsicherheit über die eigene Wahlentscheidung stärker ausgeprägt als in anderen. So gab unter den befragten Frauen etwa jede Vierte an, noch unentschlossen zu sein.
Die große Unentschlossenheit vor dem Wahlgang liegt offenbar im Trend. Laut dem Freiburger Politikwissenschaftler Michael Wehner zeigen Studien schon länger, dass die Zahl der Spätentscheider zugenommen habe – wie auch die Zahl der Wechselwähler. Laut Wehner ist das Rennen um den Wahlsieg weiter offen. Ein Fünftel aller Wahlberechtigten sei nicht zu vernachlässigen, so Wehner. »Da kann sich ein Wahlergebnis in die eine oder die andere Richtung verändern.«
Umfragen sahen zuletzt die CDU zwischen 27 und 28 Prozent an erster Stelle, allerdings dicht gefolgt von den Grünen, die in verschiedenen Umfragen zwischen 24 und 27 Prozent lagen. Der Vorsprung liegt damit innerhalb der Fehlertoleranz.
Drittstärkste Kraft dürfte den Erhebungen zufolge die AfD werden, dann folgt die SPD. FDP und Linke müssen um den Einzug ins Parlament bangen, sie lagen in Umfragen nur knapp über der Fünfprozentschwelle.
Während die Linkspartei allerdings hoffen darf, neu in das Landesparlament einzuziehen, droht der FDP das Ausscheiden. Die Umfrage der dpa dürfte Liberale eher nicht aufatmen lassen.
Fast jeder dritte Befragte, der bei der vergangenen Landtagswahl der FDP seine Stimme gegeben hatte, ist der Umfrage zufolge noch unsicher, wen er wählen soll.
Generell gilt aber immer: Wahlumfragen sind mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Umfragen spiegeln grundsätzlich nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang.
Zum ersten Mal dürfen bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg 16- und 17-Jährige wählen. Was macht das mit ihnen – und welchen Einfluss haben sie? Mehr dazu lesen Sie hier.

vor 2 Stunden
1









English (US) ·