Anthony Fauci: US-Immunologe Fauci schweigt bei Befragung zu Coronavirus-Ursprung

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Republikanische US-Senatoren versuchen seit Wochen, den Virologen Anthony Fauci mit Vorwürfen zur Coronapolitik unter Druck zu setzen. In einer Anhörung schwieg er nun.

Quelle: DIE ZEIT, dpa, 29. Juli 2026, 19:02 Uhr

Anthony Fauci Covid USA Senat
In den USA wird erneut debattiert, woher das Coronavirus stammte. Der US-Immunologe Anthony Fauci verweigert in einer Anhörung des Senats die Aussage. © Alex Wroblewski/​ AFP/​ Getty Images

Nach der Veröffentlichung von Tagebucheinträgen des durch die Corona-Pandemie bekannt gewordenen US-Immunologen Anthony Fauci ist in den USA erneut eine Debatte zum Ursprung des Virus entstanden. In einer Anhörung des Senatsausschusses für Innere Sicherheit und Regierungsangelegenheiten versuchten vor allem republikanische Senatoren, Fauci Antworten zu entlocken. Fauci hingegen berief sich auf den fünften Zusatzartikel der US-Verfassung und machte von seinem Schweigerecht Gebrauch. Dieser sieht vor, dass niemand sich selbst belasten muss.

Fauci war medizinischer Chefberater von Ex-US-Präsident Joe Biden und Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten. Zuvor war er in den USA zu einer zentralen Figur im Kampf gegen das Coronavirus geworden. Der renommierte Wissenschaftler leitete das Nationale Institut für Infektionskrankheiten fast vier Jahrzehnte lang und arbeitete unter insgesamt sieben US-Präsidenten.

Biden begnadigte Fauci am letzten Tag seiner Amtszeit

Für die Republikaner steht Fauci dagegen für die Pandemie und alles, was im Kampf gegen das Coronavirus falsch gelaufen ist. Fauci wies die Vorwürfe zurück. Fauci gehört zu einer Reihe von Trump-Widersachern, die Biden am letzten Tag seiner Amtszeit vorsorglich begnadigt hatte, um ihn vor Strafverfolgung zu schützen. Besonders seine Empfehlungen zum Tragen von Corona-Schutzmasken und für Impfungen machten ihn zu einer Hassfigur im rechten politischen Lager.

Der demokratische Senator Richard Blumenthal warf dem Ausschussvorsitzenden Rand Paul in der jetzigen Anhörung vor, »dass das laufende Verfahren lediglich ein Versuch ist, Dr. Fauci eines strafrechtlichen Fehlverhaltens zu bezichtigen«. Dies sei nicht der legitime Zweck von Ausschussanhörungen.

Paul hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Ursprung des Coronavirus zu ermitteln. Paul ist seit Jahren davon überzeugt, dass Fauci die Theorie eines natürlichen Ursprungs des Virus verbreitet hat und damit versuchen wollte zu verschleiern, dass das Virus eigentlich aus einem Labor in der chinesischen Metropole Wuhan kam. Auch US-Präsident Donald Trump glaubt, dass der Wissenschaftler »stets versuchte, China zu beschützen«.

Tagebücher veröffentlicht

Kurz vor Faucis Anhörung veröffentlichte Paul Auszüge aus dessen Tagebuch. Wie das Wall Street Journal berichtet, schrieb Fauci im Januar 2020 über die Märkte in China: »Inzwischen wissen wir, dass der Markt nicht der Ursprung des Virus war, sondern nur dazu beigetragen hat, dass es sich weiter verbreitete.« Ein Jahr später notierte Fauci, dass Vertreter der »radikalen Rechten« behaupteten, er habe das Virus absichtlich entwickelt und in Umlauf gebracht.

Im Mai 2021 hielt Fauci in seinem Tagebuch fest, dass er weiterhin einen natürlichen Ursprung des Coronavirus für am wahrscheinlichsten halte, also einen Übergang des Virus von einem Tier auf den Menschen. Wegen der zunehmenden Spekulationen über einen möglichen Laborunfall betonte er jedoch zugleich, dass niemand den Ursprung des Virus mit letzter Sicherheit kenne. Deshalb sprach er sich für eine gründliche Untersuchung aus.

Ursprung nicht eindeutig geklärt

Bereits im vergangenen Jahr hatte die US-Regierung ihre Einschätzungen zum Ursprung des Coronavirus geändert. Der Direktor des US-Auslandsgeheimdienstes CIA, John Ratcliffe, geht mittlerweile von einer Laborpanne aus. Die CIA schätze, wenn auch mit geringer Sicherheit, dass ein forschungsbedingter Ursprung der Covid-19-Pandemie wahrscheinlicher sei als ein natürlicher Ursprung. Anfang Dezember hatte bereits ein Unterausschuss des US-Repräsentantenhauses einen Bericht vorgelegt, in dem ebenfalls die Labortheorie gestützt wird.

Auch der ehemalige Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, hält die Laborthese mit dem aktuellen Wissensstand für wahrscheinlicher, wie er vor einem Monat der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung sagte. Wieler war während des Corona-Ausbruchs und bis März 2023 RKI-Präsident. Ein eindeutiges Ergebnis liegt bis heute nicht vor.

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